Balken stützen seit geraumer Zeit die nördliche Mauer im Mainbernheimer Friedhof ab. Denn die hat sich im Laufe der Jahre kontinuierlich in eine Schräglage begeben. Jetzt muss der Stadtrat über eine Sanierungsvariante entscheiden.

Der Mainbernheimer Friedhof gilt als Kleinod im Kitzinger Land. Das Renaissanceportal, die Friedhofskanzel und die Arkaden prägen den stillen Ort. 1546 war dieser vor die Tore der Stadt verlegt worden. Mittlerweile hat es schon fünf Vergrößerungen gegeben. Für die dritte Erweiterung musste, wie dem Faltblatt des Fördervereins Alter Friedhof Mainbernheim zu entnehmen ist, im Jahre 1909 die bestehende Friedhofsmauer in nordöstlicher Richtung durchbrochen werden. Auch dieses Areal wurde von einer Mauer umgeben, die nun saniert werden muss. Den Bestand erfasst und ein Tragwerksgutachten erstellt hat bereits das Ingenieurbüro ALS aus Würzburg.

Ein Abbruch und ein Neubau der Mauer scheiden aus. "Das hat das Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt", erklärt Bürgermeister Peter Kraus. Dies hätte nämlich den Verlust des historischen Bauwerks bedeutet. Zudem spielten auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle: Diese Variante sei nämlich die teuerste.

Stahlkorsett oder Betonpfeiler sind denkbar

Die anderen beiden Möglichkeiten, nämlich die Sanierung der Mauer durch ein Stahlkorsett beziehungsweise einen Betonpfeiler von außen, sind denkbar. Beide Varianten erhalten das Bauwerk und stabilisieren es durch die Stützkonstruktion. Laut Peter Kraus favorisiere das Landesamt für Denkmalpflege die Alternative mit Beton. Diese Variante sei die unauffälligere. Die Pfeiler wirkten von Ferne wie Natursteinvorlagen. Ein Stahlkorsett hebe sich von der bestehenden Mauer aus Muschelkalk ab.

190 000 Euro soll die Sanierung geschätzt insgesamt kosten. Bürgermeister Peter Kraus hofft auf günstigere Ergebnisse bei der Ausschreibung und auf eine Förderung. Vielleicht können einige Arbeiten auch selbst erledigt werden.

Wenn der Stadtrat am Donnerstag eine Entscheidung trifft, dann kann geplant und ausgeschrieben werden. In einem Jahr könnte dann die Sanierung beginnen.