Nachdem auch in Wässerndorf nach Möglichkeiten für Urnenbestattungen nachgefragt worden ist, beschloss der Seinsheimer Marktgemeinderat, hier einen Platz, voraussichtlich in der äußeren Ecke zum Dorf hin, zu schaffen. Der alte Friedhof kommt laut Bürgermeisterin Ruth Albrecht dafür nicht in Frage, weil dieser als Friedhof erloschen sei.

Im September 1961 hatte der Gemeinderat von Wässerndorf beschlossen, dass der alte Friedhof geschlossen werden soll. Wie Bürgermeisterin Ruth Albrecht in der Sitzung des Marktgemeinderats erläuterte, sei damals klar geregelt worden, welche Angehörigen noch mit ins Grab durften. Mittlerweile sei dieser Teil erloschen, auch wenn dort Gräber noch gepflegt würden. Neues dürfe dort nicht entstehen. Da habe die Verwaltungsgemeinschaft gleich abgewunken. Vor etwa 30 Jahren hätte dort laut Gemeinderätin Cornelia Nagler die letzte Beerdigung stattgefunden.

"Ich finde den alten Teil wesentlich schöner für ein Urnenfeld", verdeutlichte der Wässerndorfer Gemeinderat Stephan Jamm. Zudem gebe es auch Bewohner, die gerne eine Urnenbestattung im Grab der Großeltern hätten, ergänzte Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Merbecks. Dies seit tatsächlich ein Trend, mit einer Urne in Familiengräbern bestattet zu werden, bestätigte Ruth Albrecht, allerdings gehe dies nicht mehr im alten Teil. Auf welcher Grundlage dies beruhe, darüber möchte Christian Sämann doch noch Näheres wissen und bat, sich hier nochmals genauer zu erkundigen.

So bleibt vorerst nur die von der Bürgermeisterin vorgeschlagene Ecke. Wie und in welcher Form, das steht noch nicht fest. Der Marktgemeinderat beschloss, aber in dieser Richtung weiter zu planen.

Vorgeschlagen wurde eine Gestaltung ähnlich wie in Iffigheim. Ob mit Baum, Stein oder Skulptur, das muss der Gemeinderat noch entscheiden. "Ohne so etwas fände ich es pietätlos", meinte Albrecht. Mit diesem Thema werde man sich voraussichtlich auch irgendwann für die Friedhöfe in Seinsheim und Tiefenstockheim beschäftigen müssen, schätzt die Bürgermeisterin.