Der Dekanatsbezirk Kitzingen wurde in diesem Jahr für die ökumenische Friedensdekade als Schwerpunktdekanat für Bayern ausgewählt. In ökumenischer Verbundenheit drehen sich diese zehn Tage rund um das Thema Frieden. Vom 8. bis 18. November (Buß- und Bettag) finden Gottesdienste, Vorträge, Konzerte, Mitmachaktionen und vieles mehr statt – abgängig von der aktuellen Corona-Lage.

Das Programm für die zehn Tage unter dem Motto "Umkehr zum Frieden" ist vielfältig wie umfangreich zugleich. In evangelischen und katholischen Kirchen finden Gottesdienste oder Andachten statt, an vielen weiteren Orten Aktionen. Das Programm sei im Sommer entstanden, erläutert Dekanin Kerstin Baderschneider auf Anfrage dieser Redaktion. "Im Bewusstsein der Corona-Lage", fügt sie hinzu. Die geplanten Veranstaltungen seien auch so angelegt, dass man unverzüglich reagieren könne. "Wir werden tagesaktuell agieren", versichert Baderschneider. Schließlich wisse niemand, wie das Geschehen in drei Wochen sei. Auf der Homepage des Dekanats unter www.kitzingen-evangelisch.de sind aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen abrufbar.

Andere Form des Eröffnungsgottesdienstes

Das betrifft zum Beispiel auch den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 8. November, um 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche in Kitzingen. Gastprediger ist Regionalbischof i. R. Christian Schmidt. "Wir denken auch über eine andere Form des Eröffnungsgottesdienstes nach", sagt die Dekanin. Damit meint sie einen Gottesdienst mit im Falle eines Falles eingeschränkter Besucherzahl und einer Live-Übertragung per Youtube.

Das Motto "Umkehr zum Frieden" ist laut Dekanin Baderschneider ein lange vorher ausgesuchtes Jahresmotto – und aktueller denn je. Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg – seitdem herrscht Frieden. Aber im "Corona-Jahr" mit noch nicht absehbaren wirtschaftlichen und sozialen Folgen, mit irritierenden Bildern von Demonstrationen, Verschwörungsgedanken und Diskussionen in den sozialen Netzwerken, die Hass und Häme transportieren, geht es nach den Worten der Dekanin auch um den gesellschaftlichen Frieden.

Oft wurde vor 75 Jahren gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in den Dörfern an den Kirchtürmen eine improvisierte weiße Flagge aus einem Betttuch gehängt als Zeichen dafür, dass das Dorf den einmarschierenden Amerikanern keinen Widerstand leistet. Daran soll eine Aktion mit Betttüchern erinnern. Von allen Kirchtürmen des Dekanats sollen wieder Betttücher den Frieden verkünden. Diesmal werden sie aber nicht weiß sein, sie werden gestaltet sein mit Friedensmotiven, biblischen Texten und vielem mehr.

Tägliche Impulse übers Telefon

Es wird unter Tel. (09321) 2649349 tägliche Telefonimpulse zur Friedensdekade geben, ebenso gibt es Aktionen der Kindergärten. Eingebunden in die Friedensdekade ist auch das Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938. Dazu findet am Montag, 9. November, ein Lichterzug von verschiedenen Orten zur Synagoge statt. Start ist um 17.30 Uhr, um 18 Uhr beginnt vor und in der Synagoge eine Gedenkveranstaltung.

Des Weiteren finden regelmäßige Friedensgebete in Marktbreit statt. Die Termine dafür und für alle anderen Veranstaltungen von Gottesdiensten über Konzerte bis zu Vorträgen gibt es im Internet unter www.kitzingen-evangelisch.de, das Programmheft in gedruckter Form gibt es ab Anfang November. Am Buß- und Bettag, 18. November, wird die Friedensdekade mit einem Gottesdienst, in dem Oberkirchenrat Michael Martin (Leiter der Abteilung "Ökumene und Kirchliches Leben" im Landeskirchenamt, München) die Predigt hält, beschlossen. Beginn ist um 19 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche in Kitzingen.