Mit der "Aktion Wunschbaum" hat die Stadt Prichsenstadt in der Vorweihnachtszeit eine beispielhafte Aktion gestartet, die sehr gut ankommt. Dabei besorgen Bürger und Bürgerinnen einem bedürftigen Mitbürger oder Mitbürgerin aus der Gemeinde ein Weihnachtsgeschenk, ohne dass sie voneinander wissen. Für diese Aktion wurden an den Weihnachtsbaum im Foyer des Rathauses kleine Zettel als Anhänger befestigt. Wie man damit etwas Gutes tut, ist schnell erklärt.

Jeder, der einem bedürftigen Menschen aus der gesamten Gemeinde auf diesem Weg etwas Gutes zum Fest tun will, nimmt den Anhänger vom Baum und besorgt das darauf stehende Geschenk. Das gibt er oder sie dann wieder in der Stadt bei Mitarbeiterin Katharina Pachtner, ab. Sie sorgt dafür, dass das Geschenk bei der oder dem Betreffenden rechtzeitig zu Weihnachten ankommt. Am 23. Dezember wird die Stadt die Präsente ausfahren und die Betreffenden damit überraschen.

Was dahinter steckt, beschreibt die Ideengeberin Katharina Pachtner von der Stadt so: Mit der guten Tat wolle zum Beispiel Kinder oder Rentner erfreuen, "denen es an den finanziellen Mitteln fehlt, die keine Familie haben, die mit ihnen Weihnachten feiert, oder die sich in der Situation befinden, den eigenen Kindern oder Großeltern kein Geschenk kaufen zu können".

Es geht um die Geste

Im Vorfeld der bis zum 22. Dezember laufenden Aktion hatte die Stadt im Mitteilungsblatt gebeten, ihr Menschen zu nennen, die so etwas nötig hätten. Man könne ja nicht immer erkennen, wem es gerade vielleicht nicht so gut gehe, erläuterte Bürgermeister Rene Schlehr. "Diese Leute sollen merken, es gibt jemand, der an sie gedacht hat. Es ist eine Kleinigkeit, wir haben es auf maximal 40 Euro begrenzt. Es geht um die Geste, die dahinter steckt", sagt der Bürgermeister.

Das sahen viele genauso, denn schon nach wenigen Tagen waren die ersten 20 Zettel, die Katharina Pachtner an den Baum gehängt hatte, waren schon weg. Die darauf stehenden Geschenke hatten die Spender besorgt und bei ihr abgeliefert.

Die Sachen, die auf ihrem Zettel standen, hat Diana Müller bereits besorgt. Sie unterstützt diese Aktion gerne. "Ich finde das toll. Ich habe mich mit meiner Familie besprochen, wir haben sofort gesagt, da machen wir mit. Wir treten halt selbst etwas kürzer und geben was dazu." So könne sie Menschen ganz einfach eine Freude machen, das sei ein gutes Gefühl.

Post ans Christkind

Gerade für Kinder hat sich die Stadtverwaltung weitere Dinge einfallen lassen, als Ersatz für die erneut abgesagte "Prichsenstädter Kinder-Weihnacht". So bekam jeder Kindergarten in der Gemeinde einen kleinen Postkasten, in den Kinder ihre Post an das Christkind werfen können. "Wir bringen es dann wieder zum Weihnachts-Postamt nach Himmelstadt, dann kriegen die Kinder auch eine Antwort", sagte Katharina Pachtner. Dazu lädt die Stadt jeweils an den Advents-Wochenenden ein, kleine Rätsel zu lösen. Es gilt, jeweils Symbole in den Schaufenstern der Stadt zu finden.