Freitags-Fragen

Bei den „Kulturzeichen“ am 9. und 10. April in Iphöfer Winzerhöfen, Weinstuben und Vinotheken schlägt die Stunde der Dichter, Wortakrobaten und Improvisationskünstler. Eine der Veranstaltungen ist „Poetry Slam“, eine Art Dichterwettbewerb. Mit dabei ist Peter Parkster. Der Nürnberger erklärt, was das Publikum erwartet.

Frage: Tortenschlacht kennen wir – wie hat man sich eine Dichterschlacht vorzustellen?

Peter Parkster: Jedenfalls wird nicht wild mit Dichtern um sich geworfen. Es handelt sich beim Poetry Slam um einen Wettstreit, bei dem Menschen mit selbst geschriebenen Texten gegeneinander antreten. Es gibt ein Zeitlimit, zwischen fünf und sieben Minuten. Wer gewinnt, bekommt einen symbolischen Preis, meist eine Flasche Wein oder Whiskey, eher selten gibt es Preisgeld.

Woher kommt die Bewegung?

Parkster: Erfunden hat's der Amerikaner Mark Kelly Smith aus Chicago, dem traditionelle Lesungen zu altbacken waren. Er gründete 1986 den Uptown Poetry Slam.

Wie groß ist die Szene?

Parkster: Wenn man den deutschsprachigen Raum nimmt, kommt man auf 4200 Poetry Slams pro Jahr – und 400 000 Zuschauer.

Was macht den Reiz aus?

Parkster: Man weiß vorher nie, was einen erwartet. Es kann ein Abend voller Ernsthaftigkeit sein. Ebenso gut können es zwei Stunden voller lustiger Geschichten sein. Meistens ist es irgendwas dazwischen.

Wie wird man Poetry Slammer?

Parkster: Indem man sich bei einem Poetry Slam anmeldet. Wann man sich als Poet sieht oder als Autor, Schriftsteller, Quatschmacher, Entertainer, Lyriker oder Romancier, bleibt einem selbst überlassen.

Wie sollte das Publikum sein?

Parkster: Neugierig, aufgeschlossen. Es sollte sich nach einem witzigen Text in ein nachdenkliches Gedicht über den Zustand der Welt einfühlen können.

Kann Poetry Slam in die Hose gehen?

Parkster: Klar, wenn ein Text nicht so funktioniert, wie man es sich beim Schreiben überlegt hat.

Wie wurden Sie zum „Wortsportler“?

Parkster: Eine Freundin nahm mich mit zu einem Poetry Slam. Da ich das Format toll fand, meldete ich mich für einen der folgenden Poetry Slams an. Das war im Oktober 2007.

Eine Kostprobe?

Partkster: Gibt?s bei den Slams in Iphofen und in meinem Buch 'Es war eine gute Idee, dass wir den Hund 'Opa' genannt haben'.

Ich habe einen Künstlernamen, weil . . .

Parkster: . . . diese Art von Anonymität im Alltag angenehm ist.

Im normalen Leben bin ich . . .

Parkster: . . . Morgenmuffel, Computerspieler und Tattoo-Fan. Da der Poetry Slam für mich ein Hobby ist, habe ich auch noch einen Job als Angestellter im Öffentlichen Dienst.

-> Mehr über die „Kulturzeichen“ finden Sie heute auf Seite 34