Vier Jahre war Jörg Zehelein Pfarrer in Bimbach und Jugendpfarrer des Dekanats Castell. Am 7. Juli wird er verabschiedet; seine nächste Station ist Tansania.

Wie blicken Sie auf die vergangenen Jahre in Bimbach zurück?

Die vergangenen Jahre waren für mich eine richtig schöne Zeit. Vor allem denke ich mit viel Freude und Dankbarkeit an die vielen lieben Menschen zurück, zu denen eine gute Beziehung gewachsen ist.

Was wird Ihre nächste Aufgabe sein?

Ab August ist geplant, dass ich nach Tansania in Ostafrika ausreise und dort an der Theologischen Hochschule Makumira als Dozent für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania tätig bin. Nach Tansania gehe ich, weil ich das Land und die Hochschule von meinem Auslandsstudienjahr 2004/2005 gut kenne. Außerdem kann ich dort meine durch die Promotion erworbenen Fähigkeiten einbringen und freue mich, mit meiner Familie im interkulturellen Umfeld zu leben.

Was ist das Besondere an der Arbeit als Jugendpfarrer?

Das Besondere ist sicherlich, dass ich als Jugendpfarrer im Dekanat Castell einerseits Pfarrer war, und als solcher die Grundlagen unserer Kirche und des Glaubens ins Gespräch gebracht habe, dass ich aber andererseits auch „Kumpel“ war, der mit den Jugendlichen viel Spaß hatte.

Immer mehr junge Menschen wenden sich von der Kirche ab. Wie kann die Kirche heute noch Jugendliche erreichen?

Mir fallen da zwei Dinge ein. Ich finde es erstens wichtig, dass wir die Grundlagen unseres christlichen Glaubens in unserer Zeit und (Jugend-)Kultur und mit Blick aufs Wesentliche leben. Zweitens sollten wir als Kirche mittendrin im Leben sein, auch im Leben von jungen Menschen. Wir brauchen uns nicht verstecken, sondern können gemeinsam unterwegs sein, um neue und alte Wege des Glaubens neu zu entdecken.

Was muss sich in Zukunft in der Jugendarbeit ändern, damit wieder mehr junge Leute sich mit Kirche beschäftigen?

Ich denke nicht, dass es hier um Methoden geht. Ich glaube, das Wichtigste ist eine Grundhaltung. Solange wir liebevoll-interessiert an unseren Jugendlichen sind, offene Fragen aushalten können, mit einer guten Portion Gottvertrauen und Zuversicht unterwegs sind, brauchen wir uns keine Sorgen machen.

Wo gibt es positive Beispiele für Jugendarbeit im Landkreis?

Natürlich freue ich mich besonders über meinen Jugendtreff hier vor Ort in Bimbach. Daneben gibt es zum Beispiel noch Jugendgruppen in Abtswind, Gerolzhofen, im CVJM Haag (Christlicher Verein Junger Menschen). Außerdem bietet die EJ Meica (Evangelische Jugend Markt Einersheim und Castell) viele Freizeiten an, auch die M&M Jugendgottesdienste (Music & Message).

Welches Erlebnis aus Bimbach wird Ihnen auf jeden Fall in Erinnerung bleiben?

Unser Kirchenasyl im Jahr 2016/2017, mein Religionsunterricht mit meinen liebenswerten Schülern im Schulchen des Erich-Kästner-Kinderdorfes in Bimbach, der SCB-Faschingsauftritt dieses Jahr und ganz, ganz viele Begegnungen mit den vielen lieben Menschen hier.

Haben Sie noch einen Tipp für Ihren Nachfolger?

Entspannt mit den Jugendlichen im Dekanat und den Gemeindemitgliedern hier in Bimbach unterwegs sein. Dann wird sich schon zeigen, was wichtig ist.