Der ehemalige Fachlehrer der Würzburger Franz-Oberthür-Schule, Michael Geck, zollte in der Freisprechungsfeier der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) Stefanie Hahn seinen Respekt: "Du warst das belebende Element in deiner Klasse und hast eine Prüfung hingelegt, die nicht so oft vorkommt." Die Ippesheimerin war die einzige Frau des Ausbildungsjahrgangs, absolvierte ihre Lehre bei den Licht-, Kraft- und Wasserwerken (LKW) in Kitzingen und durfte sich als Prüfungsbeste auszeichnen lassen.

Sie erreichte 94 von 100 möglichen Punkten, ein Ergebnis, das in der Vergangenheit kaum jemand erreicht hatte. Sie hatte die Wirtschaftsschule erfolgreich besucht und für sie war schon immer klar gewesen: "Ich ergreife einmal einen Handwerksberuf". Sie machte ein Praktikum bei der LKW und bekam dort rasch einen Ausbildungsplatz angeboten. Damit war sie die erste junge Dame, die in der 100-jährigen Geschichte der LKW den SHK-Beruf erlernte. "Sie hat voll eingeschlagen", attestierte ihr der LKW-Prokurist Roger Lindholz und er würde gerne noch mehr solche fleißige und talentierte in dem Kitzinger Unternehmen einstellen.

Zwei Männer schafften über 90 Punkte

"Ich setze mich beruflich sehr mit Dingen auseinander, die mich interessieren", verriet die Prüfungsbeste. Die 22-Jährige findet es schön, wenn überraschte Kunden sie als Heizungsbauerin begrüßen. Sie sieht sich als Praktikerin und überlegt noch, in absehbarer Zeit den Meister zu machen. Die Ehre der Burschen retteten Jakob Röllinger und Benjamin Weber, die beide im theoretischen Prüfungsteil über 90 Punkte geschafft hatten.

Erstmals gratulierte Thomas Lößlein als Innungsobermeister den Freigesprochenen und überreichte zusammen mit dem Prüfungsausschussvorsitzenden Axel Weigand die Gesellenbriefe. Folgende jungen Leute wurden freigesprochen: Stefanie Hahn aus Ippesheim (LKW, Kitzingen), Gabriel Högner aus Kitzingen (Firma Ritz, Kitzingen), Oliver Hornig aus Hüttenheim und Marius Kistner aus Mainbernheim (beide Firma Vielweber, Kitzingen), Koray Kocabas aus Kitzingen (Firma Gaiser, Kitzingen), Jakob Röllinger aus Willanzheim (Firma Weigand, Marktbreit), Benjamin Weber aus Abtswind (Firma Schütz, Kleinlangheim), Simon Pfannes aus Frankenwinheim (Firma Hochrein, Volkach), Sascha Denk aus Dettelbach.

Der Berufszweig umfasst auch den Bereich Klimatechnik, deswegen würden SHK-Handwerker als Fachleute die technischen Fortschritte in der Klimatechnik mitgestalten, meinte die stellvertretende Landrätin Susanne Knof. Dass jeder seines Glückes Schmied sei, gelte genauso wie vor 100 Jahren, sprach Kitzingens Bürgermeister Manfred Freitag an und er legte den Freigesprochenen sehr ans Herz, dem eingeschlagenen Berufsweg treu zu bleiben. Denn unsere Gesellschaft brauche Handwerker und Fachkräfte seien gefragter denn je.

Die Innung ist stolz auf ihre Auszubildenden

"Ich bin jetzt Handwerkskammer-Präsident, aber immer noch einer von euch", sagte Michael Bissert, der seit Jahrzehnten einen SHK-Betrieb führt und lange Jahre Obermeister der Kitzinger SHK-Innung war. "Wir alles hier sind sehr stolz auf euch", versicherte Bissert den ehemaligen Auszubildenden.

Der Chef der Franz-Oberthür-Schule, Gerhard Schenkel, honorierte in seinem Grußwort das Ausbildungs-Engagement der Innung und seiner Betriebe und hob die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Innung, Handwerkskammer und der Berufsschule hervor. Der inzwischen im Ruhestand befindliche Berufsschullehrer freute sich, dass alle der Kitzinger Innung bestanden haben und prima Leistungen abgeliefert hätten.