In Dettelbach sind die Wähler offenbar mit der Arbeit von Christine Konrad zufrieden: Seit ihrem Wahlsieg 2012 sitzt die Bürgermeisterin am Schalthebel und kann künftig auf eine um zwei Stadträte angewachsene Fraktion der Freien Wähler bauen. Konrad selbst stand nicht zur Wahl, muss erst 2020 wieder antreten.

Damals hatte Konrad die Stichwahl gegen Michael Schuba gewonnen. Der CSU-Fraktionsvorsitzende war über das Ergebnis der Stadtratswahl alles andere als glücklich. „Wir hatten zuletzt sieben Sitze, jetzt sind es nur noch sechs". Als wesentlichen Grund für die Entwicklung sieht er, dass nach 40 Jahren der Zweite Bürgermeister Ernst Dobler nicht mehr kandidierte und nach jeweils mindestens drei Wahlperioden auch die Stadträte Reimund Busch und Werner Apfelbacher nicht mehr angetreten waren.

„Diese Stimmengaranten haben uns einfach gefehlt", räumt Schuba ein. Die Fraktion habe mit der Einrichtung des Bürgerbusses und dem Kümmern um Gebäudeleerstände gute Arbeit geleistet, der Stimmenverlust könne also nur an der geringeren Bekanntheit neuer Kandidaten und nicht an der Arbeitsleistung der Fraktion gelegen haben.

Glücklich hingegen ist Herbert Holzapfel. „Wir sind alle sehr zufrieden“, fasste der Stadtrat die Stimmung bei den Freien Wählern zusammen. Bereits bei der Wahl 2008 hatte die Fraktion um zwei Sitze zugelegt, nun votierte der Wähler erneut für eine Aufstockung um zwei Plätze. Das entspricht ziemlich genau dem Wunschdenken in der Fraktion, „ein bis zwei Plätze“ waren intern als Ziel ausgegeben.

Eigentlich hatte er sich einen weiteren FW-Vertreter aus den Stadtteilen gewünscht – doch der Wähler hat anders entschieden. „Gewürdigt wurde die erfolgreiche Arbeit der Fraktion und von Bürgermeisterin Christine Konrad“, so Holzapfel.

Die SPD-Stadtratsfraktion ist mit dem Wahlergebnis sehr zu frieden, wenngleich sie sich aber trotzdem noch einen weiteren Sitz gewünscht hätte, sagte Fraktionsvorsitzender Manfred Berger. Besonders erfreulich ist für ihn, dass nach dem Ausscheiden von Stadtrat Ottmar Deppisch dessen Tochter Eva-Maria auf Anhieb einen Sitz im neuen Stadtrat erringen konnte. „Wir sind gespannt auf die weitere Zusammenarbeit", verriet Berger ergänzend mit Blick auf die noch stärker gewordene FW-Fraktion.