60 Teilnehmer haben sich auf Einladung des Kreisverbandes der CSU Senioren Union Kitzingen zu einem fränkischen Nachmittag zur Adventszeit in Wiesenbronn im „Schwarzen Adler“ getroffen. Kreisheimatpfleger Hans Bauer hat sie in einem Vortrag zu einer „Entdeckungsreise quer durch Franken und zu fränkischen Superlativen“, mitgenommen, so die Mitteilung an die Presse.

„Wir leben in einer gesegneten Kulturlandschaft mit reizvollen Orten und Landschaftbildern und einer wertvollen Baukultur, aus der die Werke von Balthasar Neumann und Tilman Riemenschneider herausragen.“ Mit einprägsamen Bildern habe Bauer fränkische Superlative gezeigt, wie zum Beispiel das gastlichste Rathaus von Unterhaid bei Bamberg. Auf der Leinwand zu sehen war auch das „gruselichste Grab“, das sogenannte Heroldsgrab im alten Kitzinger Friedhof, das die Amerikaner für das Grab Draculas hielten. Der fröhlichste Lindenbaum sei die Tanzlinde in Peesten im Landkreis Kronach. Um die Linde ist ein Podium, auf dem die Dorfjugend den Brauch des Lindentanzes pflegt.

In Rügland bei Ansbach findet sich das Grab des Türken Carl Osmann. Freiherr Hannibal von Crailsheim hatte Osman 1655 beim Kampf um Belgrad gefangen genommen und mit nach Hause gebracht. Carl Osmann war in Rügland offenbar zu Wohlstand gekommen. Denn als er 1735 starb, setzte er für jeden Teilnehmer an seiner Beerdigung fünf Kreuzer aus. So bekam er „eine große Leich“ mit 925 Besuchern.

Hans Bauer stellte schließlich seinen Zuhörern die fünf Eigenschaften eines „echten Franken“ vor: Franken liegt in der Mitte Europas und ist seit je her fremden Einflüssen ausgesetzt. „Deshalb passt sich der Franke an.“ Daraus folge die zweite Eigenschaft: der Franke ist gastfreundlich, er schließt sich aber auch gerne ab. Darin liege nur scheinbar ein Widerspruch. Drittens: der Franke ist ein frommer Mensch, das würden Wallfahrten und Heiligenfiguren an Häusern bezeugen. Und fünftens liebe der Franke seine Heimat – und sechstens: den Wein.