Der Ortsteil Wüstenfelden ist in das Interesse von Investoren gerückt, die dort Anlagen für Fotovoltaik auf Ackerland stellen möchten. Bürgermeister Christian Hähnlein hatte betont, dass die Investoren die Möglichkeit bekommen sollen, sich vorzustellen. In der Sitzung des Casteller Gemeinderates präsentierten zwei Firmen ihre Projekte. Beide umfassen insgesamt rund 20 Hektar Fläche.

Zunächst war das größere Vorhaben an der Reihe, das Unternehmer Friedrich Brehm aus Dietersdorf bei Vestenbergsgreuth errichten möchte. Östlich des 100-Einwohner-Dorfes, in der Flurlage Kreuzgrund, möchte er auf einer Fläche von 16,5 Hektar Strom erzeugen und Fotovoltaik installieren.

Bürgeranlage bauen

Der Landwirt ist seit rund zehn Jahren in dem Bereich tätig und besitzt bereits mehrere Anlagen. Rund 72 Megawatt betrage laut seiner Aussage das Gesamtvolumen, er arbeite mit den Mannheimer Stadtwerken zusammen. In Wüstenfelden will Friedrich Brehm eine Bürgeranlage bauen, eine Genossenschaft soll entstehen, auch Bürger aus der Umgebung können und sollen in diese investieren. Brehm setzt auf dieses Modell, „wir wollen Wertschätzung vor Ort haben, dass möglichst viele Bürger dort investieren“, sagte er.

Die von ihm ins Visier genommene Fläche im Kreuzgrund stellte Planer Gerard Horak näher vor. Sie liegt zum Teil im Umgriff des Landschaftsschutzgebietes, eine Stromleitung durchquert das Stück. Die Bodenzahl von 30 zeige, dass es sich dort um nicht zu wertvolles Ackerland handle, so Brehm. Die gesamte Anlage wäre von Wüstenfelden aus nicht einsehbar.

Mit dem dort erzeugten Strom ließen sich theoretisch rund 10 000 Haushalte versorgen, hieß es. Die Räte stellten einige Fragen. So ist ein Rückbau sei frühestens in 20 Jahren vorgesehen. Für diesen hinterlegt der Investor einen Betrag. Später könnten die Flächen wieder landwirtschaftlich genutzt werden.

Die weitere vorgestellte Anlage ist mit einer Fläche von 2,5 Hektar wesentlich kleiner. Von der Nürnberger Firma Greenovative präsentierten Daniel Birkmair und Markus Buortesch ihr Vorhaben. Die westlich von Wüstenfelden gelegene Fläche fällt nicht in das Schutzgebiet, sie sei ebenso nicht einsehbar vom Ort aus, so die Fachleute. Pro Jahr solle die Anlage 2,8 Megawatt Strom erzeugen, rund 800 Haushalte könnte man damit versorgen. Das Ganze sei auch für kleinere Investoren interessant, warben die Unternehmer.

Zu den beiden Projekten wurde im Casteller Rat nichts beschlossen. Die Gemeindevertreter wollen sich zunächst weitere Informationen einholen. „Wir sind nicht grundsätzlich dagegen“, so Bürgermeister Hähnlein. Eine Entscheidung dazu werde noch im Frühjahr fallen.

In der Dezember-Sitzung hatte Bürgermeister Hähnlein von einer weiteren Anfrage einer Fotovoltaikanlage berichtet. Eine Fläche von rund 30 Hektar war damals bei Castell im Gespräch. Dazu gebe es noch keine Neuigkeiten, antwortete Bürgermeister Hähnlein auf Nachfrage.