Zum ersten Waldgang seit 20 Jahren traf sich der Marktgemeinderat von Markt Einersheim mit Bürgermeister Hebrert Volkamer und Revierleiter Achim Volkamer.

Grundlage für den Waldgang war das im Vorjahr gestartete Forstbetriebsgutachten eines externen Sachverständigen. Das Gutachten legt die weitere Waldbehandlung für die kommenden 20 Jahre fest und blickt gleichzeitig auf den abgelaufenen Zeitraum zurück.

Der Einersheimer Körperschaftswald Eichen umfasst etwa 20 Hektar auf Gipskeuper. Wie Förster Volkamer ausführte, habe der Klimawandel den Baumbestand voll getroffen. Nachdem bereits die Fichten weitgehend entnommen werden mussten, hatte auch die Kiefer ausgedient, es wurde ein Mischbestand aufgebaut.

Welche Bäume halten der Klimaerwärmung stand?

Die Frage sei nun, welche Baumarten der Klimaerwärmung in den kommenden 100 Jahren standhalten. Die für diesen Zeitraum genannte maximale Erwärmung um 1,8 Grad sei schon eingetreten. Ziel sei es, den Wald klimafest zu machen. Das heiße aber auch: Damit könne die Holzwirtschaft nicht mehr im Vordergrund stehen.

Wegen des Schädlingsbefalls sei Fichtenholz im Vorjahr nur noch als Brennholz verkäuflich gewesen. Der Bürgermeister nannte dazu rund 200 Ster (Festmeter) als Zahl. Der Förster rief dazu auf, den Wald dicht zu halten, um Hitzeperioden abfedern zu können. Dabei müsse die Jagd ihren Beitrag leisten, um Verbiss zu minimieren. Um eine Baumartverarmung zu vermeiden, sollen Spitzahorn, Elsbeere sowie französischer Ahorn und Schwarzkiefer aus dem Mittelmeerraum als Exoten eingebracht werden. Als Beimischung eigne sich auch die Libanonzeder.

Auf den Hügeln Bilderbuchbestand, im Tal deutlich schlechter

An ehemaligen Kieferstandorten komme vieles von alleine auf, Nachpflanzungen müssten jedoch mit Verbissschutz angelegt werden. Den auf Hügeln vorgefundenen Baumbestand beschrieb der Förster stellenweise als Bilderbuchbestand, talwärts sei er deutlich schlechter. Den Holzvorrat bezifferte der Revierleiter mit rund 200 Festmeter je Hektar und damit etwas höher als vor 20 Jahren. Nach dem Forstjahresbetriebsplan ist ein Hiebsatz von 50-60 Festmeter/Jahr angepeilt.

Marcus Hegwein wies darauf hin, dass Holz einerseits kaum zu verkaufen, andererseits im Handel schwer zu bekommen sei. Als Grund nannte Achim Volkamer den Auslandsverkauf. Daher sei es derzeit interessant, eigenes Holz zum Bauen zu verwenden. Das allerdings setze eine entsprechend langfristige Planung voraus.

Der genaue Forstbetriebsplan wird in der kommenden Marktgemeinderatssitzung vorgestellt und beschlossen. Eine grobe Rechnung besagt, dass zunächst für Holzernte und Pflege keine Kosten entstehen. Für eine neue Bestandsbegründung durch Neupflanzung stehen Kosten von 1775 Euro in Aussicht, die vom Freistaat mit 1400 Euro gefördert werden können.