Der 1546 außerhalb der Stadtmauern Mainbernheims angelegte Friedhof mit seiner Erweiterung von 1618 ist dank seiner zahlreichen Kleinodien denkmalgeschützt. Der Förderverein Alter Friedhof Mainbernheim und die Stadt selbst kümmern sich um den Erhalt der historischen Arkaden von 1716 ebenso wie um die zahllosen Grabdenkmäler, Monumente und Epitaphe (Grabinschriften) sowie nicht zuletzt um die bis heute regelmäßig genutzte Friedhofskanzel von 1618.

Seit seiner Wahl zum zweiten Bürgermeister 1996 kümmert sich Georg Gurrath um den historischen Friedhof. Als Vorsitzender des Fördervereins sorgt er zusammen mit seinem Stellvertreter Herbert Friederich im Zusammenwirken mit der Denkmalpflege immer wieder für den Erhalt vom Verfall bedrohter Denkmäler. In den rund 20 Jahren seiner Tätigkeit wurden etwa 100 000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern sowie aus Fördermitteln investiert.

An der Instandsetzung zweier Epitaphe und eines Grabsteines (alle aus dem 17. Jahrhundert) beteiligte sich nun auch der Lions-Club Kitzingen, dessen Hauptaufgabe Kreisheimatpfleger a. D. Hans Bauer mit sozialer Hilfe für Bedürftige beschreibt.

Inschriften wieder lesbar gemacht

Im Jahr 2018 richtete der Lions-Club aus den Spenden seiner Mitglieder einen von Bauer geleiteten Kulturfonds ein, der sich die Förderung von denkmalpflegerischen Projekten und die Restaurierung von Kleindenkmälern zur Aufgabe gemacht hat. Damit sollen Kulturschaffende unterstützt und das Heimat- und Geschichtsbewusstsein von Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Allerdings, so Bauer, entfällt in diesem Jahr der Lions-Markt im Kitzinger Rathaus, aus dessen Erlös der Club seine Unterstützung wesentlich finanziert.

Die beiden tonnenschweren Epitaphe aus grünem Sandstein wurden unter den Arkaden geschützt aufgestellt. Inschriften wurden weitgehend wieder lesbar gemacht und Steinausbrüche ergänzt.

Epitaph 6 (nach der vereinseigenen Listung) ist dem 1694 verstorbenen Hauptmann des fränkischen Kreisregiments Eduart von Riedel und Löwenstern und seiner Frau Euphrosina von Riedelin gewidmet.

Epitaph 7 wurde 1728 vom damaligen Stadt- und Landkastner (Steuerverwalter) Johann Erdmann Gostenhöfers beschafft. Das Oberteil des Epitaphs scheint wegen seiner anderen Beschaffenheit zu einem späteren Zeitpunkt aufgesetzt worden zu sein.

Erinnerung an Familie, die den Stein anfertigen ließ

Der Stein war im unteren Bereich so verwittert, dass seine Inschrift nicht vollständig wieder herzustellen war. Erneuert wurden daher nur identifizierte Schriftzeichen, andere wurden ausgespart, bis sich in einem Archiv einmal nähere Hinweise finden.

Das dritte Objekt, der wieder hergestellte Grabstein des Apothekers Löwenfelder, wird zukünftig wieder genutzt. Während auf der Vorderseite die zukünftigen Grabnutzer genannt werden, erinnert eine Tafel auf der Rückseite an die Familie, die den Stein einst anfertigen ließ.

Wiederhergestellte Grabsteine überlässt der Förderverein gegen Kostenbeteiligung Privatpersonen als Grabstein für die Ruhedauer von 25 Jahren.

Für die Instandsetzung der drei Monumente wendete der Förderverein rund 18 000 Euro auf. Weitere finanzielle Unterstützung kam neben dem Lions-Club Kitzingen von der Sparkasse Mainfranken mit 1000 Euro sowie der VR-Bank Kitzingen, die sich zum wiederholten Mal mit 500 Euro beteiligte. Spenden auch von privater Seite machten die Instandsetzung mit einem Betrag um 18 000 Euro erst möglich.