Im Mai 1982 wurden die beiden Flurbereinigungsverfahren Iffigheim 2 und Wässerndorf 2 angeordnet – als zwei von insgesamt neun Verfahren der sogenannten Willanzheimer Gruppe. Später wurden sie um die Dorferneuerung erweitert. Die endgültige Grundbuchberichtigung fand dann nach 37 Jahren Ende Juni 2019 statt. Nun, wieder ein Jahr später, gab es die Urkunden für die Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaften (TG).

Die Urkunden waren noch vom langjährigen Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Unterfranken, dem Leitenden Baudirektor Ottmar Porzelt, unterzeichnet. Wegen Corona hatte der nun letzte, offizielle Akt aber erst nach dessen Amtszeit stattfinden können. Und jetzt auch nur mit Abstand in der Marktgade der Marktgemeinde Seinsheim, im Freien auf dem Platz vor dem Rathaus.

Bürgermeisterin Ruth Albrecht sprach dann auch unter dem Motto "Was lange währt" von einem Abschluss in einer ungewöhnlichen, unvorstellbaren Zeit. Dennoch war es für sie ein Grund zur Freude, war es doch ihr erster öffentlicher gemeinsamer Termin mit ihrem Amtsvorgänger Heinz Dorsch.

Ohne Förderung kein Projekt

Auch wenn es lange gedauert habe, "im Nachhinein muss ich feststellen, dass es doch zu schnell war", meinte Dorsch. "Eine Dorferneuerung endet nie." Dass der Abschluss in der Marktgade stattfinden könne, sei auch der Länge des Verfahrens zu verdanken. Ohne Förderung hätte das Projekt nämlich nicht verwirklicht werden können.

Er habe die Flurbereinigung in allen vier Ortsteilen der Marktgemeinde mitgemacht. Damals seien Flurbereinigungen und Dorferneuerungen angeordnet worden, ohne die Gemeinde zu fragen, blickte Dorsch zurück.  "Unterm Strich war es ein großer Segen", bilanzierte der frühere Bürgermeister.

Eva Kiesekamp vom Amt für Ländliche Entwicklung und letzte Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Iffigheim 2 erinnerte an die Anfänge der Flurbereinigung, die auch Gegner hatte. "Ich hoffe, dass auch die überzeugt werden konnten."

307 Hektar habe das Flurbereinigungsgebiet umfasst. Aus 957 seien am Ende 659 Flurstücke geworden. Rund acht Kilometer Wege seien gebaut worden. 2,6 Millionen Euro seien ausgegeben worden.

2,7 Millionen Euro investiert

Franz-Josef Lang, langjähriger Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Wässerndorf 2, erinnerte mit einigen Daten an dieses Verfahren, das eine Fläche von 305 Hektar umfasste. Aus 654 Flurstücken wurden 457. 7,2 Kilometer Wege wurden gebaut. 2,7 Millionen Euro wurden in das Verfahren investiert.

Bei den jeweiligen Dorferneuerungen konnten viele Projekte angegangen werden. Eva Kiesekamp erinnerte für Iffigheim an die Gestaltung von drei Dorfplätzen oder an des Dorfbrunnens, Franz-Josef Lang nannte für Wässerndorf unter anderem die Gestaltung des Dorfplatzes oder die Errichtung des Backhäuschens.

Nach dem Gedenken an die bereits gestorbenen Vorstandsmitglieder erhielten die aktuellen ihre Dankurkunden. Der stellvertretende TG-Vorsitzende für Wässerndorf, Dieter Müller, hatte Urkunden dabei für Hans Wolf, Walter Wolf, Walter Moser, Alexander Brand, Richard Appel, Rainer Bullmer, Klaus Wanner, Franz Mark, Günther Jamm, Rainer Volkamer, Thomas Deubel und Reinhard Brand. Eva Kiesekamp überreichte diese an Reinhold Walter, Norbert Dazian, Alfred Meinzinger, Manfred Schmer, Robert Ehemann, Heinz Huthöfer und Walter Kreußer.