Der Naturschutz möchte einen Bereich der so genannten Wehrwiesen am Main bei Schwarzenau künftig für die Bürger sperren. In der Sitzung des Schwarzacher Gemeinderats informierte Bürgermeister Volker Schmitt, dass die Behörde dort ein Betretungsverbot beabsichtige, weil der dortige Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschützt werden soll.

Bereits etwa 200 Meter von der Wiese entfernt stehen die ersten Wohnhäuser in Schwarzenau. Die Wege dort werden gerne zum Spazieren gehen genutzt, die Grünflächen wie auch der Main sind ein begehrtes Ziel von Erholungssuchenden und zum Baden, hieß es in der Sitzung.

Die Fläche gilt als Ausgleichsfläche für den Mainausbau und hat sich nach Ansicht der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes gut entwickelt.

Die Menschen dort störten die Tiere jedoch besonders während der Brutzeit, so die Stellungnahme. Deswegen wolle man künftig die Grünflächen und Wege sperren.

Das passte einigen Gemeinderäten nicht. Damit nehme man den Schwarzenauern eine wichtige Freizeitmöglichkeit, der Schutzbereich sei dort eh falsch angelegt, argumentierte Ratsmitglied Manfred Thomann.

Hartmut Ratz sagte, die Fläche habe sich bislang auch ohne das Betretungsverbot gut entwickelt, er verstehe nicht, warum die Schwarzenauer nicht „in ihre eigene Natur marschieren“ dürften. Johanna Sendner verwies darauf, dass Schwarzenau durch den Main, die Bundesstraße und den Campingplatz um den Ort herum eh recht eingegrenzt sei. Dass die Gemeinde kaum Möglichkeiten habe, sich dagegen zu wehren, führte Bürgermeister Schmitt aus.

„Klipp und klar: Wir können ein Betretungsverbot nicht verhindern.“ Norbert Filbig wies darauf hin, dass die Uferfläche als Ausgleichsfläche angelegt wurde, und nicht als Naherholungsraum für Bürger.

Er wisse zwar nicht, wie das Landratsamt das Ganze überwachen wolle, aber: „Das Betretungsverbot wird kommen, egal wie sich die Verwaltung äußert.“