Um die "Aufmessung und Bestandserhebungen zur Erstellung der Globalberechnungen für die Herstellungs- und Verbesserungsbeiträge" ging es in der Wiesenbronner Ratssitzung am Dienstagabend in der Sporthalle. Was im Amtsdeutsch etwas kompliziert klingt, fasste Dr. Heinrich Schulte vom Kommunalberatungsbüro Schulte/Röder mit dem einfachen Satz "Finanzierung der Entwässerungseinrichtung" zusammen. Er informierte das Ratsgremium und etliche Zuhörer über Möglichkeiten, Notwendigkeiten und rechtliche Grundlagen.

"Falls in diesem Bereich besondere Aufgaben erledigt werden müssen, müssen auch besondere Entgelte erhoben werden, da es sich um eine Pflichtaufgabe der Gemeinde handelt, und mit den Entgelten sind Beiträge und Gebühren gemeint". Was auch gesetzlich geregelt sei, da die Gemeinde für die Herstellung, Verbesserung, Erneuerung der Entwässerungsanlage oder Personalkosten Beiträge und für die Benutzung Gebühren erheben könne.

Staatliche Zuwendungen zu den Investitionen bezeichnete Schulte als "derzeit mau". Bei den Anlagen zur Entwässerungseinrichtung zählte er Kläranlage, Misch- und Oberflächenwasserkanal und Regenrückhaltebecken auf. Die Gebühr für Schmutz- und Niederschlagswasser richte sich nach Geschoss-und Grundstücksfläche, während für die Beitragskalkulation eine Erhebung durchgeführt werde.

Auf Fragen aus dem Rat nach der sogenannten Abschreibung brachte er das Beispiel von zehn Millionen Euro für Investitionen für den Zeitraum von 40 Jahren, was eine Abschreibung von 250 000 Euro pro Jahr ergebe. Dagegen ergebe eine Beitragssumme von fünf Millionen Euro für den gleichen Zeitraum eine Summe von 125 000 Euro pro Jahr und bei  45 300 Kubikmetern Abwasser einen Preis von 2,76 Euro pro Kubikmetern.

Beim Berechnungsmaßstab könne die Kommune am Objekt die Geschoss- und Grundstücksfläche ermitteln, den Herstellungsbeitrag bei der Erschließung des Grundstücks und weitere Korrekturen bei Erweiterung oder Schaffung von Geschossflächen, "und grundsätzlich ist die Grundstücksfläche anzusetzen, für übergroße Grundstücke gibt es eine Sonderregel".

Die derzeitige Situation in Wiesenbronn gestalte sich so, dass auf das Schmutzwasser 68 Prozent und der Rest auf das Niederschlagswasser entfallen. Bei einem Gesamtinvestitionsaufwand von 3 630 560 Euro und 897 354 Euro an staatlichen Zuwendungen ergebe sich ein umlegungsfähiger Betrag von 2 733 215 Euro, was für einen Quadratmeter Grundstücksfläche eine Summe von 1,29 Euro und für die Geschossfläche 10,58 Euro pro Quadratmeter ergebe.

Im Falle einer Verbesserung der Entwässerungsanlage, im Wiesenbronner Fall der Bau eines Abwasserkanals nach Großlangheim zwecks dann gemeinsamer Leitung zur Kitzinger Kläranlage, brachte Dr. Schulte ein Beispiel mit einer Investition von einer Million Euro. Finanziert über Beiträge ergebe das eine Steigerung von 15 Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 5,12 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche, während bei einer Finanzierung nur über die Gebühr eine Steigerung von einem Euro pro Kubik notwendig werde.

Zum weiteren Werdegang führte der Referent aus, dass es jetzt Aufmaßblätter für die Grundstücke gebe und dann Bürgersprechstunden, "in denen jeder mit diesem Blatt seine Anliegen vorbringen kann".