Vergeblich mühte sich der Vorsitzende Thomas Dreßel darum, einen neuen Schriftführer für den 102 Mitglieder zählenden Feuerwehrverein Iffigheim zu finden. Weder im Vorfeld der Jahresversammlung noch während dieser hatte er mit seinem Werben Erfolg. Er bekam immer nur ein Nein angesprochener Personen zu hören. Dies löste eine Diskussion um die Zukunft des einzigen Vereins in dem Seinsheimer Ortsteil aus.

„In Iffigheim gibt es nicht viel. Wenn wir so weitermachen, können wir zuschließen“, befürchtete Helmut Schleyer. Doch auch nach so eindringlichen Appellen mochte keiner das Amt von Jürgen Ströbel übernehmen. Auch Norbert Dazian ärgerte sich: „Wir haben uns früher auch viel Zeit genommen, und nun ist keiner bereit, weiterzumachen.“ Er war traurig, dass das bisher Geleistete wohl an Wert verloren habe. „Die Bereitschaft, was zu tun, sinkt“, sagte er bedauernd.

Alles Klagen nutzte nichts

Letztlich nutzte alles Werben und Klagen nichts, ein Kandidat für das Amt wurde nicht gefunden. Dafür bereitete die Wahl eines Beisitzer keine Probleme: Der neue Mann im Vorstand heißt Harald Schleyer. Bestätigt wurden die beiden Kassenprüfer Dieter Huthöfer und Roland Mennel.

Der Vorsitzende warb aber nicht nur um einen Schriftführer, sondern auch um Helfer für die bevorstehenden Veranstaltungen wie Maibaumfeier, Weißwurstfrühstück, Sonnwendfeuer, Dorffest, Kirchweih und den Weihnachtsmarkt in Seinsheim. In diesem Jahr kommt der Erlös beim Sonnwendfeuer der Sternstundenaktion zu Gute.

Fast einem Betrug aufgesessen

Finanziell hat der Verein keine Probleme. Laut Kassier Siegfried Sußner besteht ein gutes Polster. Einziger Wermutstropfen im Kassenbericht war, dass man fast einer betrügerischen Firma aufgesessen wäre, die sich mit täuschend echten Schreiben beinahe Gebühren für die Gaststättenkonzession erschlichen hätte. Doch man sei rechtzeitig hellhörig geworden und habe beim Landratsamt nachgefragt. Dort habe man schon von der Firma gewusst. Der Verein habe sich dann einer Sammelklage angeschlossen, weswegen rund 90 Euro an Anwaltskosten angefallen seien, berichtete Sußner.

Da der Feuerwehrverein der einzige Verein im 185 Einwohner zählenden Dorf ist, sprach Norbert Dazian als örtlicher Beauftragter der Teilnehmergemeinschaft die Sanierung des Iffigheimer Rathauses an. „Die Bevölkerung und der Verein müssen dahinter stehen“, machte er deutlich. 60 000 Euro stünden dafür noch zur Verfügung, doch werde dieser Betrag nicht reichen. Seitens des Vereins könnten etwa 30 000 Euro fließen. Falls das Schulhaus verkauft würde, müsse auch der Erlös für die Rathaussanierung verwendet werden, bekräftigte Sußner.

Alle waren sich einig, dass ein Gesamtkonzept erstellt werden müsste.. „Es braucht ein paar spinneter Ideen“, formulierte es Norbert Dazian. Denn auch die Kirchenburg Tiefenstockheim habe sich gut entwickelt. Ähnlich könnte es mit dem Iffigheimer Rathaus geschehen, denn darin könnte ein größerer Saal für Bürgerversammlungen oder Familienfeiern entstehen.

Danke sagte Dazian für die Spende des Feuerwehrvereins in Höhe von 2000 Euro für die Möblierung der Kirchengaden. Auch wurde jüngst für die Arbeit in der Mönchbergklinik gespendet. Vorsitzender Dreßel betonte, dass nicht alles Geld „bei uns in die Kasse fließen müsse“, andere benötigten auch finanzielle Unterstützung.