Ein brennender Tanklaster voll Kraftstoff, die Feuerwehr kommt und erstickt die Flammen mit Löschschaum. Solche Szenarien sind nicht selten. Diese zu üben, war bisher aber schwierig – denn die Mengen an Brennstoff und Löschmittel, die dafür eingesetzt werden müssten, sind groß.

Ferner darf nur auf befestigten Flächen für den Ernstfall trainiert werden, da der Schaum dort nicht in den Boden eindringen kann. „Es wäre ja schizophren, wenn wir ausrücken, um Umweltschäden zu vermeiden und die Umwelt dann selbst belasten“, sagt Kreisbrandwart Roland Eckert.

Um den Einsatz von Schaum in Zukunft also problemlos trainieren zu können, hat die Feuerwehr Kitzingen nun ein Übungsgerät bekommen. Die Versicherungskammer Bayern rüstet nach und nach alle 96 Landkreise und kreisfreien Städte mit den Anlagen aus – insgesamt kostet das Projekt 400 000 Euro.

Test im Kleinen

Der Schaumtrainer ermöglicht, das, was im Großen eine Vergeudung von Ressourcen wäre, im Kleinen zu testen. Denn auch die mobilen Geräte verfügen über die notwendigen Stahlrohre, Schläuche und die entsprechende Technik. „Allerdings kommen bei ihnen pro Minute nicht 200 Liter Schaum aus dem Schlauch, sondern nur einer“, erklärt Florian Ramsl, Referent Feuerwehrförderung bei der Versicherungskammer. Dennoch wurden die Anlagen maßstabsgetreu nachgebildet, sodass die Einsatztaktik daran ohne weiteres geprobt werden kann. „Unsere Leute lernen Handhabung und Einsatzgrundsätze. Zum Beispiel müssen sie auf die Windrichtung achten“, sagt Roland Eckert. Wenn alles nach Plan funktioniert, legt sich der Schaum wie ein Teppich auf die brennende Flüssigkeit und erstickt das Feuer.

Die Förderung der Feuerwehr Kitzingen durch die Versicherungskammer läuft seit mehr als zehn Jahren. Eckert zufolge habe die Wehr bereits Wärmebildkameras, Rauchverschlüsse für Türen und ein Fahrsicherheitstraining für die Einsatzkräfte finanziert bekommen.