Die Feuchte in der Kaltensondheimer Simultankirche ist schon länger bekannt und war immer wieder Thema im Biebelrieder Gemeinderat. Dieser möchte der Sache jetzt auf den Grund gehen. Architekt Thomas Geiger riet, einen Geologen einzuschalten, der sich der Wassersituation im Umfeld der Kirche annimmt. Dem stimmte der Rat dann später in nichtöffentlicher Sitzung zu.

Am Mauerwerk der Kirche hat die aufsteigende Feuchtigkeit innen und außen deutliche Spuren hinterlassen. Im mittleren Bereich des Kirchenraumes ist der Boden durchfeuchtet. Die Folgen: abgeplatzter Putz, Zersetzung de Türgewände, Schäden an der Fußbodenfläche.

"Die Durchfeuchtung trifft die Kirche rundherum", sagte Architekt Thomas Geiger. Doch wo kommt das Wasser her? Diese Frage konnte er nicht beantworten. Geiger vermutet, dass sich oberflächennahes Schichtenwasser anstaut. Nur von Regenereignissen, immerhin müssen 250 Quadratmeter Außenfläche entwässert werden, können die Schäden nicht verursacht worden sein.

Hydrogeologisches Gutachten

Für eine genaue Analyse jedoch fehlen Geiger verlässliche Grundlagen. Die könne nur ein hydrogeologisches Gutachten bringen, wenn man den Grundwasserspiegel und die Wasserströme kenne. Denn natürlich könne man eine Drainage einbauen, "ohne allerdings zu wissen, ob sie wirklich wirkungsvoll ist", sagte der Architekt. Wenn es Grundwasser ist, "dann haben wir ein Mega-Problem", meinte Gemeinderat Gunnar Krauß.

Keine Probleme mehr gibt es in den Vergaben der Baugrundstücke im Baugebiet Pförtlein in Kaltensondheim. In der vorausgegangenen Sitzung schien es so, als wäre ein Grundstück doppelt vergeben worden. Das konnte nun geklärt werden. Die Interessenten für den Bauplatz mit der Nummer fünf sind auf den damals freien Bauplatz vier gewechselt. Diese Information hatte in der vergangenen Gemeinderatssitzung gefehlt. Platz fünf wurde somit korrekt vergeben. Bei Bauplatz drei haben die früheren Interessenten zurückgezogen, dieser Bauplatz konnte nun in der jüngsten Sitzung aber gleich wieder vergeben werden.

Auch mit Bauanträgen im neuen Baugebiet beschäftigte sich der Gemeinderat. Bei einem hatte der Bauherr die Befreiung von der Festsetzung im Bebauungsplan beantragt, weil die erlaubte Wandhöhe von sechs Metern über dem Bezugspunkt um 35 Zentimeter überschritten wird. Der Gemeinderat stimmte dem zu. Nach den Worten von Bürgermeister Roland Hoh habe sich die Bauweise dahingehend geändert, dass Raumhöhen größer würden, weil Leitungen in abgehängten Decken verlegt würden. Deshalb bat Gemeinderätin Barbara Mechler, dass man sich darüber grundsätzlich bei den Festlegungen für das nächste Baugebiet unterhalte, damit man nicht ständig Befreiungen aussprechen müsse.

Aufgrund von Nachfragen zur Dachdämmung an der Schule in Kaltensondheim hat der Architekt eine Stellungnahme abgegeben, die Bürgermeister Roland Hoh vortrug. Hintergrund war, dass das Dach in Eigenleistung durch Mitarbeiter des Bauhofs gedämmt worden war. Der Architekt teilte dazu mit, dass die Sanierung mit maximal 508 000 Euro gefördert werde. Die tatsächliche Fördersumme werde aus dem im Verwendungsnachweis festgestellten Baukosten ermittelt. Im Kostensatz könnten auch Materialkosten und Stundensätze für Eigenleistungen eingebracht werden.

Mängelfreie Ausführung

Die von den Gemeindearbeitern montierte Dämmung sei von ihm überprüft worden, schriebt der Architekt. Er habe eine mängelfreie Ausführung festgestellt. Aufgrund der Art des Einbaus seien hier auch keine gewährleistungsrelevanten Schäden zu erwarten.

Der Einbau sei auch nötig gewesen, da nach Entfernung der bestehenden Eindeckung partielle Schimmelspuren entdeckt worden waren. Die Ursache liege an der schadhaften Alteindeckung, weswegen Wasser habe eindringen können. Um die Sanierungsarbeiten rechtzeitig fertigstellen zu können, sei der Bauhof tätig geworden, weil eine Fachfirma so schnell nicht hätte kommen können.

Bürgermeister Hoh informierte des Weiteren, dass die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft beim neuen Förderprogramm der Bayerischen Gigabitrichtlinie mitmachen wollen. Hierzu starte eine Markterkundung.