Wer wohnt im Wald und auf der Wiese? Wie pfeift der Zaunkönig? Fliegen Fledermäuse auch im Wald? Und: Wachsen Pilze eigentlich überall? Viele Fragen, die kleine Naturforscher da stellen. Wie gut, dass diese und viele Fragen mehr auf dem Pfad der Artenvielfalt in der Gemeinde Rauhenebrach (Lkr. Haßberge) beantwortet werden. Bei Obersteinbach können Familien an sieben Stationen spielerisch entdecken, welche und wie viele Tier- und Pflanzenarten es im Steigerwald gibt.

Von Wohngemeinschaften und Naturlabyrinthen

An einem warmen Sommertag starten Anna, Lukas, Clemens, Paulina und sogar der kleine Philipp im Kinderwagen ihre Entdeckungsreise im Steigerwald. Bestens gelaunt werden sie und ihre Eltern am Waldrand mit einem bunten Schild begrüßt. Die Kinder können es kaum erwarten, in den Wald zu flitzen. "Ich bin am schnellsten an der ersten Station", sagt Anna herausfordernd während Clemens ihr überzeugt entgegnet: "Dich überhole ich noch." Lukas und  Paulina versuchen sich ebenfalls im Wettlauf. Schließlich kommen auch die Eltern bei der ersten Station an und helfen beim Entdecken der Arten. Gut ist es nämlich, wenn man schon lesen kann, um die vielen Infotafeln verstehen und anwenden zu können.

Es geht um den Lebensraum Wasser, genau um den naturnahen Bach. Welche Tiere leben im und am Weilersbach? Welche Pflanzen fühlen sich hier wohl? Auf interessanten Drehtafeln gibt es Infos zu  Bachforelle, Steinkrebs bis hin zur Blauflügelprachtlibelle. Weiter geht es über die Station Lebensraum Feuchtwiese zur "Bunten Wohngemeinschaft im Dachgeschoss". Gemeint sind natürlich die Waldvögeln. Schnell lesen die Eltern die Vögel vor, dann drücken die vier Kinder schon um die Wette am interaktiven Vogelstimmen-Tableau. Anna, Paulina, Clemens und Lukas veranstalten ein richtiges Konzert. Alle Vögel durften unzählig mal ran.

Die Kinder eilen weiter voraus, bis Clemens stoppt: "Hääh, hier hat ein Baustamm eine Tür?" Die kleinen Forscher versammeln sich vor einem großen Stamm Totholz und öffnen gemeinsam die Tür. Leicht bröselt Sägemehl aus der Tür und es kommen Krabbeltiere, wie der Glanz-Knochenkäfer, zum Vorschein – auf einer Tafel. Das Holz abgestorbener Bäume, das mit der Zeit durch Pilze und andere Organismen zersetzt wird, ist ein Schlaraffenland für Käfer und Insekten, das wissen jetzt auch Anna, Paulina, Lukas und Clemens.

Weiter geht´s zu Station fünf: Die Jagd der Fledermäuse. Etwas zurückhaltend erkunden die Kinder  gemeinsam der Fledermausweg. Um die Pilzarten, die sechste Station, besser kennenzulernen, gibt es  zahlreiche Drehtafeln. Lukas dreht gleich kräftig um und stellt fest: "Manche Pilze haben eine grüne Unterseite, manche eine gelbe oder rote. Warum?" Die Aufklärung der Eltern folgt prompt, die Einstufung der Genießbarkeit von genießbar bis hin zu giftig. Wieder was gelernt und entdeckt.

"Da vorne sind große Steine aufeinander gesetzt, komm, wir rennen schnell hin", spornt Anna ihren Bruder und ihre Freunde an. Eine Boulderwand lädt die Kinder zum Klettern ein, ein großer Spaß für alle. Kleine eingebrachte Einkerbungen in den mächtigen Sandsteinblöcken geben Halt, um ganz nach oben zu kommen. Geschafft: Alle vier sitzen ganz oben. Auch das Natur-Labyrinth mit einer Ruhebank als Ziel begeistert die Entdecker. Doch das ist alles nichts gegen das große Finale: die Seilbahn. Auf einem Teller am Seil entlang durch den Steigerwald flitzen, gefällt allen. Den Spaß haben sich Anna, Lukas, Clemens und Paulina nach dem vielen Forschern auch verdient.

Pfad der Artenvielfalt Obersteinbach

Start/Parken: Am Ende der Weilersbacher Straße, die vom Ort Obersteinbach direkt Richtung Wald zum Pfad führt.  Parkplätze sind auf der Straße eingezeichnet. Der Pfad ist sehr gut ausgeschildert. Koordinaten: 49.90140, 10.52785;
Streckenlänge: Sieben Stationen zur Artenvielfalt, plus drei Sportstationen auf gut ausgeschilderten 6 Kilometern. Breite, befestigte Wege bis auf ein 800 Meter langes Stück Natursteig (ein bis zwei Meter breiter Pfad), der aber an trockenen Tagen selbst mit einem geländegängigen Kinderwagen problemlos bewältigt werden kann.
Alter: Für die Stationen ist Lesen ein Vorteil (Schulalter), aber auch die Kleineren haben Spaß, Tafeln zu drehen, Knöpfe zu drücken oder Pfade zu laufen. 
Einkehr: Mehrere Gaststätten in Untersteinbach; Brauerei-Gasthof - Michael Bayer "Zum Grünen Baum" in Theinheim
Toiletten: keine
Sonstiges: Fast der komplette Pfad liegt im kühlen Schatten großer Buchen. Der Pfad führt durch das Naturwaldreservat Kleinengelein, in dem über 200 Jahre alte Buchen von beeindruckender Höhe und Durchmesser zu bewundern sind.
Infos: www.rauhenebrach.de
Quelle: db

Sommer zu Hause? Für mehr Abwechslung sorgt eine Serie von Artikeln, in der Wanderwege für Kinder im Kitzinger Land vorgestellt werden.

Teil 1: Gräfenneuseser Trimm-dich-Pfad: Fitness mit den Schmetterlingen
Teil 2: Wolfsee: Wo kleine Forscher den Urwald entdecken
Teil 3: Laufen, Lärmen und Lauern auf dem Mainbernheimer Bärlesweg
Teil 4: Garantiert nicht langweilig: Auf Schatzsuche mit der Quitte
Teil 5: Warum Wandern im Mittelwald gar nicht doof ist
Teil 6: In Herrnsheim werden Äpfel mit Birnen verglichen