Große Lust auf Wandern hat Paula nicht. Auch in den Wald möchte die Achtjährige nicht gehen. Dementsprechend missmutig ist ihre Stimmung, als sie mit ihren Eltern Richtung Iphofen fährt. Dort wollen sie den Mittelwaldweg erkunden, der am südlichen Hang des Schwanbergs liegt . Der Wanderweg ist explizit für Kinder ausgeschrieben und erfordert nicht zu große Anstrengung. Spielerisch soll er den Jüngsten durch mehrere Mitmachstationen die hiesige Natur näherbringen.

Erst auf dem Parkplatz, der zwischen Iphofen und Birklingen liegt und genug schattige Stellplätze bietet, hellt sich ihre Laune etwas auf. Sie rennt zur Informationstafel, auf der der Weg näher beschrieben ist. Nur 3,1 Kilometer ist der Weg lang, steht darauf geschrieben. „Dafür musste ich mir nun extra feste Schuhe anziehen“, murmelt Paula, die gerne Sandalen angezogen hätte. Flyer hängen ebenfalls dort.

Wasserdichte Schuhe sind nötig

Auf der anderen Straßenseite direkt zum Start der kleinen Wanderung wird an der ersten Station die Wichtigkeit des Mittelwaldes und seine Bedeutung erörtert. Schon bei den ersten Schritten in den Wald hinein merkt Paula, dass feste und wasserdichte Schuhe nötig waren. Mit jedem Schritt, dem sie dem Hirschkäfer-Symbol am Weg folgt, verfliegt ihre schlechte Laune mehr. Sie entdeckt Brennesseln, sieht Weinbergschnecken über den schattigen und leicht feuchten Weg kriechen und springt über abgebrochene Äste.

An der zweiten Infotafel erfährt Paula mehr über die Waldbewohner. Vor allem wärmeliebende Tiere und Pflanzen finden hier idealen Lebensraum. Schnell läuft Paula zur nächsten Station. Dort ist Kraft gefordert bei „Hau den Querus“. Nicht ganz leicht, doch der Hammer fällt und die Messlatte fliegt.

Heimische Baumarten erkennen

Am Waldesrand entlang sind zudem weitere Tafeln angebracht, die über die Waldnutzung informieren. Paula klettert lieber auf einen der zahlreichen Hochsitze oder macht eine Trinkpause. Die ist auch nötig, muss die Achtjährige wenige Meter weiter einen Ster Holz umschichten. „Puh, gar nicht so leicht“, schnauft sie. Das Erkennen der hiesigen Baumarten an der nächsten Tafel fällt ihr da deutlich leichter und macht auch wesentlich mehr Spaß. Denn da kennt sie sich aus. Auch ihre Eltern sind beeindruckt, wie viel Paula weiß, und freuen sich, dass ihrer Tochter die Wanderung gefällt. So können auch sie den Gang durch die Natur genießen.

Wieder durch den Wald geht es nun über die Straße und auf der anderen Seite einen steilen Weg hinauf in den Wald. Dort ist die Eiche das Thema. Gekonnt ordnet sie die Waldtiere, die auf der Eiche leben und sich von ihr ernähren, zu. Zumindest die meisten. In einem Fraßgang begegnet sie den unterschiedlichsten Tieren. Auch das Gewicht des Baumes im Vergleich zu anderen Bäumen ordnet das Mädchen ein.

Der Weg geht schon auf die Zielgerade. Bevor Paula mit ihren Eltern zum Parkplatz zurückkommt, werfen sie nochmals einen Blick in den Informationspavillon Mittelwald, der allerdings nur sonntags von 14 Uhr bis 16 Uhr geöffnet hat. „Eine gelungene Wanderung“, findet Paula. Wandern ist gar nicht so doof, wie sie dachte.

Naturerlebnis weg Mittelwald

Start/Parken: Parkmöglichkeiten auf einem Parkplatz an der Staatsstraße zwischen Iphofen und Birklingen. Gleichzeitig auch der Startpunkt der Wanderung.
Streckenlänge: 3,1 Kilometer vornehmlich durch den Wald. Ein kurzes Mittelstück führt am Waldrand entlang. Bei der Hälfte muss die Staatsstraße überquert werden.
Alter: Keine Begrenzung. Sowohl jungen Pfadfindern als auch älteren Wanderern bietet sich ein entspanntes Naturerlebnis.
Einkehr: Keine Einkehrmöglichkeiten am Weg, deshalb Brotzeit nicht vergessen. Ausreichend Sitzgelegenheiten sind am Wegesrand vorhanden.
Toiletten: Keine. Der Informationspavillon ist nur sonntags geöffnet.
Anforderung: Leicht-mittel; meist mäßige Steigungen, weitestgehend eben; Schotter-, Wald- und Pflasterwege. Dauer: Rundweg rund zwei Stunden.
Infos: Auf der Homepage der Stadt Iphofen unter www.iphofen.de/natur-wandern/wandern/naturerlebniswege.html oder telefonisch unter (09323) 870306.
Quelle: ara

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