Der Feierwehrsaal und die positive Entwicklung der Jugend standen am Samstag im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Nenzenheim. Allerdings auch die mangelnde Übungsbeteiligung der Kameraden.

Es sei nicht vorhersehbar gewesen, dass sich der Feierwehrsaal einmal zu solch einem integrativen Ort für das Dorf und die Region entwickle, sagte Iphofens Zweiter Bürgermeister Ludwig Weigand. Wie Vorsitzender Stefan Löslein erklärte, richte man neben eigenen Veranstaltungen wie Pfingstgrillen und Sommerfest regelmäßig Geburtstage, Hochzeiten und Konfirmationen aus. Rund 140 Personen finden im Saal Platz. Das schätzen nicht nur die Nenzenheimer, sondern auch viele Auswärtige, weshalb Löslein einen Fünf-Jahres-Plan führt und an die Einheimischen appellierte, sich rechtzeitig wegen eines Wunschtermins zu melden.

Saal bekommt eine Klimaanlage

Kassier Winfried Herrmann berichtete von einer günstigen Entwicklung der Finanzen, die dem Verein ein erkleckliches Polster bereitet haben. Mit ein Grund, weshalb man nun notwendige Umbauarbeiten in der Küche angehen will, wie Löslein erklärte. Zudem wolle man eine Klimaanlage für den Saal einbauen. Nicht zuletzt wegen des Lärmschutzes, damit auch in den wärmeren Monaten bei Feiern die Fenster nicht unweigerlich geöffnet werden würden.

Schriftführer Timo Lechner ging in seinem Bericht unter anderem auf die ADAC-Oldtimerausfahrt ein, die in Nenzenheim Station machte. Der Verein habe seine Hausaufgaben in Sachen Datenschutzgrundverordnung gemacht. Vom im vergangenen Jahr verstorbenen Gründer des Feuerwehrvereins Andreas Mulfinger habe man alte Dokumente der Nenzenheimer Wehr erhalten, die bis ins Jahr 1890 zurückreichen. Diese wurden dem Iphöfer Stadtarchiv übergeben.

Mangelhafte Übungsmoral

Kommandant Bernhard Hirsch berichtete von einem einzigen Einsatz, den die derzeit 52 Aktiven seit der letzten Jahreshauptversammlung hatten - "Windbruch" auf der Straße nach Krassolzheim, sprich Äste auf der Fahrbahn. "Und als wir kamen, waren diese schon beseitigt", setzte Hirsch schmunzelnd hinzu. Die wenigen Einsätze wirken sich anscheinend auf die Moral bei der Übungsbeteiligung aus, die recht mau sei. Stellvertretender Kommandant Lukas Freyberger verwies auf den Übungsplan und die Einteilung der Löschgruppen, in denen es zudem an Atemschutzträgern mangele. Stefan Melber von der Iphöfer Stützpunktfeuerwehr unterstützte dies und erklärte der Runde "Wer nicht übt, kann´s nicht".

Hoffnung macht aber der Nachwuchs in dem rund 450 Einwohner zählenden Dorf. Zwölf Heranwachsende bilden derzeit die Jugendgruppe, deren Leiter Thomas Rauh sich über seinen eingeschworenen Haufen freute. Stellvertretender Landrat Paul Streng lobte: "Wir können nicht von allen Wehren im Landkreis behaupten, dass sie eine solch starke Jugend haben", sagte Streng. Anschließend ehrte er Patrick Schreier und Heiko Löbner für 25 Jahre im Feuerwehrdienst. Roland Kehrer und Roland Därr dürfen sich über Urkunden und Anstecknadeln für 40 Jahre geleisteten Dienst freuen.