Die Forstbetriebsgemeinschaft Kitzingen (FBG) wählte in ihrer Jahresversammlung in der Karl-Knauf-Halle einen neuen Vorstand. Damit endete nach 30 Jahren die Ära des Vorsitzenden Josef Mend. Die Teilnehmenden der 633 Mitglieder wählten Iphofens Bürgermeister Dieter Lenzer zum neuen Vorsitzenden und folgten damit der seit der Gründung der FBG 1974 gefolgten Tradition, wonach der Bürgermeister der Stadt den Vorsitz übernimmt.

Unter Mends Leitung wurde Bürgermeister Ernst Nickel aus Geiselwind erster Stellvertreter. Weiterer Stellvertreter bleibt Gerhard Rost aus Gräfenneuses, der die Interessen der Privatwaldeigner vertritt. Mend rief die Waldverbände dazu auf, genau zu beachten, welche Strategien in Brüssel mit welchen Folgen für den Wald ausgearbeitet werden. Von der Politik forderte er einen objektiveren Umgang mit den Waldeignern. Im Freistaat seien die Waldeigner dank der Zuschüsse relativ gut aufgestellt.

Vom eingetragenen zum wirtschaftlichen Verein

Als Ehrengeschäftsführer rief Rainer Fell die Ära Mend in Erinnerung. Zu Beginn sei die FBG als eingetragener Verein geführt worden, inzwischen als wirtschaftlicher Verein. 2004 wurde dann eine Vollzeitstelle mit Dieter Rammensee als Geschäftsführer geschaffen. Mend habe die FBG und die Forstanliegen überall vertreten, vor dem Landtag ebenso wie in Ministerien und habe maßgeblich am Zustandekommen des Waldpaktes mitgewirkt.

Die Berichte drehten sich um die wirtschaftliche Entwicklung der FBG mit einer Mitgliedsfläche von 13 267 Hektar. Rammensee stellte die gelieferten Holzmengen und Einzelstämme mit den Erlösen der Geschäftsjahre 2019 bis 2021 in Relation. Dabei zeichnete sich ab, dass die Erlöse von Umwelteinflüssen wie Käferbefall und Windwurf stark beeinträchtigt werden. Vergabepreise hätten in einige Fällen schon weh getan, unterstrich Rammensee.

Dem Kassenbericht von Ruth Holfelder konnten die Waldeigner nach einem Tief 2018/19 steigende Jahresüberschüsse 2019/20 und 2020/21 entnehmen. Auf der Grundlage der Vorjahresergebnisse wurde der Haushaltsplan 2022/23 verabschiedet.

Niederschlag konnte Verluste der Vorjahre nicht ausgleichen

Vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte sich Elfi Raunecker als neue Bereichsleiterin Forsten vor. Sie beschrieb die Wasservorräte im Boden als gut erholt, jedoch nur im oberen Bereich der Böden. Die Niederschlagsmengen lagen zwar mehr als 20 Prozent über dem langjährigen Mittel, konnten die Verluste der Vorjahre jedoch nicht ausgleichen.

Die Möglichkeit sich vorzustellen nutzte auch der neue Forst-Bereichsleiter in Kitzingen, Michael Grimm. Er bezeichnete den Umbau des Waldes auf mehr Klimaverträglichkeit als große Herausforderung und bot dabei seine Hilfe an.

Weitere Wahlergebnisse

Kassenprüfer: Gerlinde Stier, Volker Schmitt; 

Ausschuss: Ruth Albrecht, Seinsheim; Heiko Bäuerlein, Volkach; Christian Belz, Prichsenstadt; Matthias Bielek, Dettelbach; Sybille Dönges-Orth, Kitzingen; Christian Hähnlein, Castell; Otto Hünnerkopf, Wiesentheid; Peter Kraus, Mainbernheim; Ingrid Reifenscheid-Eckert, Willanzheim; Hermann Reisenleiter, Wiesentheid; René Schlehr, Prichsenstadt; Volker Schmitt, Schwarzach; P. Andreas Schugt, Kloster Münsterschwarzach; Jürgen Schulz, Abtswind; Günther Schwab, Kitzingen; Peter Sterk, Großlangheim; Gerlinde Stier, Kleinlangheim; Siegfried Weber, Wüstenfelden.

Aus dem Vorstand ausgeschieden: Heinz Dorsch, Seinsheim (Mitglied seit 1990); Jochen Kramer, Castell (2002); Peter Kornell, Volkach (2008); Rudolf Kehrer, Kitzingen (2008); Werner Knaier, Wiesentheid (2014); Jürgen Hartmann (2014); Klaus Behr, Forstdirektor i. R.