Bergkristalle und Turmaline, von Diamanten einmal ganz abgesehen, haben ihre funkelnden Reize. Wer sich jedoch die Achate im Knauf-Museum betrachtet, weiß spätestens dann, warum auch diese viele Liebhaber haben, laut Manfred Wild, dem Edelstein-Kreateur aus Idar Oberstein, die meisten sogar. Und mit diesem beliebtesten Stein der Welt befasst sich die sechste Sonderausstellung zum Thema Edelstein in Iphofen.

Wer nur an die prächtigen Scheiben, Mandeln oder Drusen denkt, die aus Südamerika bekannt sind, vergisst, dass es Achate auch in Deutschland gibt – und da nicht nur in der Saar-Nahe-Region, sondern sogar vor der Haustüre am Main: zum Beispiel an der Mainschleife bei Volkach. Wenn man einen Achat am Ufer oder auf einem Kieshaufen findet, dann hat der Stein bereits eine lange Reise hinter sich. Vermutlich hat sie der Fluss aus seinem Quellgebiet hierher transportiert. Einer, der sich intensiv mit diesen Main-Achaten beschäftigt, ist der Volkacher Karl Schneider, der im Museum viele Stücke seiner umfangreichen Sammlung der Öffentlichkeit zeigt.

Schon als Kind erwachte bei Peter Christian Jeckel die Leidenschaft für den Achat. Diese hat ihn nie mehr losgelassen und jetzt gilt der Wormser als Achat-Experte. Neben dem Saar-Nahe-Gebiet, in dem vor etwa 290 Millionen Jahren Lavadecken entstanden und sich später dann die Gasblasen mit Mineralen füllten, kennt er alle deutschen Fundstellen. Dann begann er sich für die in Argentinien, Mexiko, USA und Marokko zu interessieren. Wegen der Achate ging er auf Reisen. Zu den Besonderheiten der Ausstellung zählt auch ein achatisiertes Dinosaurier-Ei aus Patagonien.

„Schon das Finden ist ein Glücksmoment“, bekennt der Sammler. Beim Aufschneiden komme dann die Überraschung. Manchmal, das bestätigt auch Manfred Wild, erkennt man im Schnitt Figuren. Einen Kranich, eine Eule oder einen Kolibri, oder zum Beispiel ein Gesicht. Einen Millimeter anders geschnitten, und die Figur wäre eine andere. „Kein Achat ist gleich“, weiß Jeckel.

Das ist auch für Wild das Faszinierende, zudem habe jeder Achat seine eigene Entstehungsgeschichte. Und der erfahrene Steinschleifer weiß, was in dem Stein steckt, wie dies auch jeder Holzbildhauer im Blut hat. „Man muss nur den Vorhang wegziehen“, gerät Wild ins Schwärmen und zeigt eine Kröte, einen Igel oder einen Buddha, alles Figuren, die im Stein sozusagen schon verborgen waren.

Zu sehen sind aus seiner Sammlung auch Schmuck- und Kunstobjekte aus dem 19. bis 21. Jahrhundert. Kunstwerke aus Achat sind laut Museumsleiter Markus Mergenthaler auch heute sehr gefragt.

Öffnungszeiten: Die Sonderausstellung „Farbenspiel im Edelstein – Achat“ ist von 22. März bis 7. Juni im Knauf-Museum Iphofen zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr. Mehr im Internet: www.knauf-museum.de