Patrica und Hennig Frankenberg haben die gleiche Leidenschaft: Radfahren. Natürlich haben sie sich beim Radeln auch kennen und lieben gelernt. Und da ihr gemeinsamer Lebensweg vor zwölf Jahren bei der Kitzinger Bocksbeutel-Tour begann, kommen sie jedes Jahr hierher, um durch den Landkreis und den Steigerwald zu fahren. Heuer war zum ersten Mal ihre gemeinsame Tochter Jule dabei - mit ihren elf Monaten durfte sie im Anhänger beim Papa mitfahren.
"Wir kommen jedes Jahr gerne her, um an der Kitzinger Bocksbeutelradtour teilzunehmen", erklärt Hennig Frankenberg, dem auch bewusst ist, was für ein Arbeitsaufwand hinter so einer Sportveranstaltung steht. "Wenn ein Verein so eine große Veranstaltung auf die Beine stellt, muss das auch honoriert werden."

Die Frankenbergers fahren bei der Radsportgemeinschaft Würzburg, die fast immer die Gruppe mit den meisten Teilnehmern stellt.

Für sie ist so eine Radtour wie eine große Familienfeier: Die einzelnen Gruppen oder Familien fahren ihre Strecken je nach Lust und Können. "Und nach dem Radfahren treffen wir uns alle wieder und sitzen noch etwas zusammen." Sicher könnte man die Strecken auch alleine an einem anderen Tag fahren, "aber in der Gruppe macht es vielmehr Spaß". Außerdem seien die Touren ausgeschildert und es gebe Verpflegungsstellen, was so einen Ausflug sehr angenehm mache - zumal die Frankenbergers ausnahmsweise "nur" die Familientour fahren, weil sie nun ja zu dritt sind. So zufrieden wie diese drei mit der Veranstaltung waren, so zufrieden zeigte sich Josef Grebner, Abteilungsleiter Radsportabteilung der Turngemeinde Kitzingen, mit der Teilnehmerzahl und natürlich mit dem Wetter. Runde 500 Radfahrer waren heuer zur GWF gekommen, um bei der 22. Kitzinger Bocksbeuteltour mitzufahren. "Und dies, obwohl fast überall im ganzen Landkreis Kitzingen Veranstaltungen stattfanden", erklärte Grebner stolz. Er dankte auch den vielen Helfern, die sich immer wieder für die Tour einsetzen:

"Über 40 Helfer waren heuer im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten."

Bei der anschließenden Siegerehrung, die durch einige Ehrengäste und Weinhoheiten aus der Region durchgeführt wurden, zeigte sich Josef Grebner etwas enttäuscht, dass viele der gestarteten Gruppen vor der Siegerehrung abgereist waren. Wer da war, konnte jedoch noch seinen Pokal mit nach Hause nehmenn. Pokale oder Geschenke stehen für die meisten bei der Tour jedoch nicht im Vordergrund - wie auch bei Familie Frankenberger: "Radfahren ist für gut für die geistige Hygiene. Ich kann beim Fahren abschalten, körperlich auspowern. Dazu sieht man etwas von der Natur und ist an der frischen Luft - genau das Kontrastprogramm zum Büro." So hatten die 500 Teilnehmer am Ende für die Arbeitswoche aufgetankt - egal, ob sie mit oder ohne Pokal die Heimreise antraten.