Am 15. Juli sollte es laut Veranstalter der „härteste Extrem-Lauf in Deutschland“ werden, der Kitzinger „CherokeeRun – Fight of the Warriors“. Daraus wird nun nichts: Wie das veranstaltende PAS-Team Ltd. (Bad Kissingen) mitteilte, wolle man sich „ganz auf den BraveheartBattle am 10. März 2018 in Bischofsheim konzentrieren“. Kitzingen sei „ersatzlos gestrichen“.

Ein Fall von Nicht-Kommunikation

Dafür seien „rein interne Gründe“ ausschlaggebend gewesen, teilten die Organisatoren auf Anfrage mit. Welche das sind, würde auch Geschäftsführer Christoph Schlötterer von der Blumquadrat GmbH interessieren, die Eigentümer und Entwickler der ehemaligen Harvey-Barracks ist. Auf dem Militärgelände mit Flugplatz war ein Acht-Kilometer-Parcours mit 30 Hindernissen geplant.

„Merkwürdig“ findet Schlötterer vor allem die Art der Kommunikation, genauer gesagt: der Nicht-Kommunikation. Von der Absage habe ihn ein Bekannter informiert. „Und seit dem Erstgespräch gab es keine direkte Kommunikation mehr.“ Vereinbart sei gewesen, dass der Veranstalter ein Konzept vorlegt. „Wir wären damit zur Stadt gegangen, hätten uns um die Genehmigung bemüht. Auch, weil öffentliche Flächen berührt gewesen wären“.

Extremsport trifft auf Naturschutz

Denn klar war – auch wenn es auf der Website des Veranstalters anders stand: Weder auf Landebahn des Sonderlandeplatzes noch im angrenzenden Schutzgebiet – ein Fauna-Flora-Habitat– hätte das schmutzige und kräftezehrende Spektakel stattfinden können. „Auf den 120 Hektar leben Eidechsen, Bienchen sowie ein Schäfer mit seiner Herde. Und das soll auch so bleiben.“

Möglich gewesen wäre der Extrem-Lauf auf noch ungenutzten Flächen im rund 75 Hektar großen conneKT-Gewerbegebiet. Also dort, wo zum Beispiel auch das Gravity Music Festival stattfindet.

Pas-Team: „Nichts konkret vereinbart“

Den Extremlauf im Kitzinger Gelände habe man sich bei Pas-Team gut vorstellen können, sagt Presssprecherin Ursula Schemm. Da die Organisations-Mannschaft auf die Kernkompetenz, die Cross-Hindernisläufe, setze, sei Kitzingen aus der Planung genommen und auch kein Konzept vorgelegt worden. Und dass Pas-Team sich nicht mehr gemeldet habe, sei nachvollziehbar: „Es war ja nichts konkret vereinbart.“ Trotzdem sieht Schemm den CherokeeRun-Vorstoß positiv. Die Sondierungsgespräche mit Stadt und Blumquadrat seien sehr gut gewesen.

Hoffen auf ähnliches Projekt

Über die Absage ist Schlötter nicht traurig („Das ist nicht unser Kerngeschäft“). Er könne sich unter anderen Vorzeichen aber eine ähnliche Veranstaltung durchaus vorstellen. „Aber das nächste Mal muss es besser laufen.“ Blumquadrat sei offen für Projekte im Technologiepark: „Wir würden es gut finden, wenn auf dem Gelände ab und zu etwas für die Kitzinger angeboten werden könnte“, so Schlötterer.

Ein weiteres Angebot könnte der seit Jahren erwartete Sonderlandeplatz sein. Wann der öffnet, steht laut Schlötterer noch nicht fest: Die Genehmigung liege vor, Abnahmetermin und Nachtermin seien gut verlaufen. „Aber noch haben wir nicht schriftlich, ab welchem Tag der Flugbetrieb wieder starten kann.“ Hauptsache, es klappt noch in diesem Jahr: Schließlich wurde 1917, also vor genau 100 Jahren, der Flugbetrieb aufgenommen. Und das soll möglichst zusammen mit dem Neustart des Flughafens gefeiert werden.