Für Marika Heinlein ist es im wahrsten Sinne des Wortes besser gelaufen, als gedacht. Die Extremläuferin, die sich am 13. Mai von Wiesentheid aus zu Fuß auf den Weg in die Partnerstadt Rouillac im Südwesten Frankreichs , im Departement Charente gemacht hat, war am Dienstagabend bereits so gut wie am Ziel. Ihr Mann Bruno begleitet sie mit Auto und Wohnwagen.

Nur noch 30 Kilometer

Vom Etappenziel Mansle am Dienstag aus hat die Läuferin nur noch 30 Kilometer zu absolvieren, die sie sich für den letzten Tag, den Samstag, aufheben will. Am Schlusstag will sie voraussichtlich am Nachmittag nach rund 1200 Kilometern zu Fuß in Rouillac einlaufen.

Dort wird am Pfingstwochenende der 45. Geburtstag der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden gefeiert. Außerdem reisen einige Wiesentheider an, allerdings natürlich mit dem Auto.

Aus zwei Puffertagen wurden drei

Ganz froh hörten sich die Heinleins an, dass sie es nun ruhiger angehen lassen können. „Wir hatten zweieinhalb Tage Luft zwischendurch eingeplant, jetzt ist es sogar ein Tag mehr“, sagte Bruno Heinlein auf einem Campingplatz 80 Kilometer vor dem Ziel. Die Heinleins hatten sich meist zwei oder drei Nächte an Campingplätzen aufgehalten, um mit dem Auto zum Start des jeweiligen Streckenabschnitts zu fahren, von wo aus Marika zu Fuß startete.

Nach dem Tagespensum fuhren sie wieder zum Campingplatz.

Nahezu problemlos verliefen die eineinhalb Wochen. Einzig Handys streikten bisweilen, auch die Navigation hatte Tücken. Jeweils am Abend zuvor legten sie noch einmal die Strecke für den nächsten Tag fest. Gesundheitlich ist alles im Lot, die Läuferin verkraftet die Belastung gut. Zuletzt bereitete nur ein Zehnagel etwas Probleme, nachdem Marika Heinlein die Schuhe gewechselt hatte.

Orte wie aus dem Museum

Vom Wetter und dem Drumherum schwärmten beide. „Ein Wahnsinn! Man sieht das Land aus einer ganz anderen Perspektive. Frankreich erscheint wie ein verwilderter Park. Du kommst durch Orte, da denkst du, du gehst durch ein Museum“, beschrieb es Bruno Heinlein.

Als Strecke habe man häufig Nebenstraßen gewählt, die zum Teil wie deutsche Feldwege seien. Etwas bergiger als erwartet sei die Route. Das Wetter passte bisher fast ausnahmslos und soll auch in den letzten Tagen gut sein.