Wenn der Brauchwasserverbrauch von rund 650 000 Kubikmeter im Jahr 2014 auf fast 1,18 Millionen Kubikmeter (ein Plus von rund 80 Prozent) im Jahr 2015 steigt, ist das für den Wasserbeschaffungsverband (WBV) sehr erfreulich – weniger erfreut waren die Gärtner, die so viel Wasser mehr für ihre Kulturen brauchten.

Der extrem heiße Sommer schlug auch beim Gartenwasser durch, wie die Zahlen zeigten, die bei der Jahresversammlung des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Albertshofen auf den Tisch kamen. Hier flossen im Vergleich zum Vorjahr rund 20 000 Kubikmeter mehr durch die Leitungen. Insgesamt verbrauchten Gärtner und Gartenbesitzer rund 1,4 Millionen Kubikmeter (plus 61,4 Prozent).

Der heiße Sommer 2015 war mit einigen Spitzenwerten vielleicht ein Ausreißer. Allerdings wurde beim 11. Wasserforum Unterfranken vor rund einer Woche in Würzburg von namhaften Wissenschaftlern laut dem WBV-Vorsitzenden Erich Wenkheimer belegt, was viele wüssten: Es gehe nicht um Wetterkapriolen, sondern um Klimaveränderung – „und diese wird von uns allen verursacht“, so Wenkheimer vor 60 Mitgliedern in der Versammlung.

Dieser Klimawandel mit seinen extremen Wetterereignissen fordere auch ein Umdenken im Gartenbau. Gärtner seien vom Wasser abhängig wie kein anderer landwirtschaftlicher Zweig. Wo nicht ausreichend Wasser für die Bewässerung zur Verfügung steht, drohen nicht nur massive wirtschaftliche Einbußen, sondern Totalausfälle. „Der regionale, gärtnerische Anbau muss unter allen Umständen erhalten, wenn nicht sogar ausgebaut werden, denn das Käuferverhalten mit der Tendenz zu immer mehr regional erzeugten Produkten ist eindeutig“, schilderte Wenkheimer die aktuelle Lage.

Der WBV sei gefordert, in den acht Monaten des Beregnungsbetriebes seine Mitglieder immer mit ausreichenden Wassermengen zu versorgen. Doch an manchen Tagen sei der WBV an seine Leistungsgrenzen gestoßen – nicht wegen der Wassermenge, sondern wegen der Technik. Dem Druckabfall wurde mit einer zusätzlichen Pumpe Abhilfe geschaffen.

Durch die extrem hohen Temperaturen kam es laut Wenkheimer im Speicherbecken am Birkensee zu einem enormen Algenwachstum. Große Wolken von Fadenalgen legten sich um die Ansaugkörbe im Pumpensumpf, sodass sich die Leistung der Pumpen halbiert habe. Wasserwart Peter Reidelbach tauchte ins zwölf Grad kalte Wasser, um die Saugkörbe von Algen zu befreien. Einige Tage später schickte man einen professionellen Taucher mit Neopren-Anzug in die Tiefe, der die Algen nach oben in ein Boot schaffte.

Der Verbrauch beim Trinkwasser war nach den WBV-Zahlen 2015 vergleichsweise normal – bei einem leichten Anstieg um 2,4 Prozent. Die 2200 Albertshöfer hätten einen täglichen Wasserverbrauch von 130 Litern gehabt. „Dieses köstliche Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und kostet uns nicht einmal 20 Cent am Tag“, sagte Wenkheimer.

Durch die günstige Bündelausschreibung für Stromtarife habe der Verband rund 30 000 Euro sparen können. Äußerst positiv fiel die Jahresabschlussbilanz aus: Laut Steuerberater Rainer Miebach wird der Verband eine Rückvergütung von rund 122 000 Euro an seine Mitglieder auszahlen. Diese wird mit der Dezember-Rechnung 2016 jedem Mitglied – pro Kubikmeter Wasserverbrauch des Jahres 2015 – zurück gezahlt werden.

„Unser Wasser ist das Beste“, betonte Bürgermeister Horst Reuther und lobte die vorzügliche Arbeit des WBV. Er leitete die Neuwahlen zum Vorstand, der nun wieder mit dem Vorsitzenden Erich Wenkheimer, Frank Sattes, Lorenz Hofmann und für den ausscheidenden Alfred Hartmann aus Mainsondheim mit Katharina Heilmann besetzt ist.