Es ist kalt draußen, die Temperaturen liegen nur knapp im Plusbereich. Hans-Jürgen Krause stört das nicht. Er hat schon viel Schlimmeres erlebt. Von Anfang an ist der gelernte Schlosser von „Gerlach Metall“ dabei, wenn es darum geht, den Kitzinger Marktturm in die größte Adventskerze Bayerns zu verwandeln.

„Beim ersten Mal hat es den ganzen Tag geregnet“, erinnert er sich. „Und der Kranfahrer war neu.“ Die Plattform, auf der die Arbeiter in rund 40 Meter Höhe die Gestelle für die Beleuchtung anbringen, hat damals bedenklich gewackelt. Und die Konstruktion war noch nicht ausgereift. „Viel zu schwer“, erinnert sich Krause. „Und zu lang.“ Damals mussten die Arbeiter das Gestell, das rund um die goldene Kugel angebracht wird, noch einmal in die Werkstatt fahren, in der Mitte teilen und wieder zusammenschweißen. Von 8 Uhr in der Früh bis 20 Uhr am Abend hat es damals, im Jahr 2010, gedauert, bis alles erledigt war. „Seither läuft es reibungslos“, freut sich Krause. „Alles Routine.“

Um 8 Uhr in der Früh waren gestern drei Mitarbeiter der Kitzinger Metallbaufirma am Marktplatz, der Kran mit seinem langen Ausleger stand da schon bereit. Die Arbeitsfläche wurde großflächig abgesperrt. „Beim ersten Mal war das noch chaotisch“, erinnert sich Krause. Neugierige Passanten mussten immer wieder aus dem Gefahrenbereich entfernt werden. „Das hat ganz schön Zeit und Nerven gekostet.“ Jetzt sind Krause und seine zwei Kollegen nach rund zweieinhalb Stunden fertig. Michael Kleinschroth und seine Elektriker brauchen ein bisschen länger, bis alle Anschlüsse gelegt und alle Glühbirnen in die vormontierten Fassungen geschraubt sind.

„In all den Jahren ist uns noch keine Glühbirne ausgefallen.“
Michael Kleinschroth, Elektriker

Kleinschroth war ebenfalls von Anfang an dabei, die Idee des Stadtmarketingvereins um seinen damaligen Geschäftsführer Thomas Most zu verwirklichen. Auch Kleinschroth hat die Technik im Lauf der Jahre verfeinert. Anfangs wurden noch Hallogenscheinwerfer eingesetzt. Seit etwa fünf Jahren setzt der Elektriker auf LED-Leuchten. Sein Arbeitsplatz befindet sich an diesem Tag vor allem auf dem Dach des ehemaligen Tabakladens am Markt. Dort bringt er mit seinen Mitarbeitern 24 LED-Spots an, die den Turm von unten in Rot einfärben. Zum Schluss fahren die Elektriker mit der Plattform in die Höhe und bringen die Lichterkettenkonstruktion, die als Flamme gestaltet ist, an dem Metallgestell an. Dann werden die Glühbirnen in die vorgefertigten Fassungen geschraubt. „In all den Jahren ist uns noch keine Glühbirne ausgefallen“, erklärt Kleinschroth stolz und zeigt ein Modell „Birne in Birne“. Kälte und Regen kann den Glühbirnen nichts ausmachen. Und das ist auch gut so – schließlich müssen sie bis zum 6. Januar ihren Dienst verrichten. Erst dann wird die Konstruktion wieder abgebaut und in den Hallen von „Gerlach Metall“ eingelagert. Bis zum nächsten November, wenn die Arbeiter sich wieder daran machen, Kitzingen weihnachtlich zu gestalten.

Ab wann? Die Kerze am Marktturm wurde ausnahmsweise bereits am gestrigen Nachmittag, um 17 Uhr, entzündet. Die Stadt Kitzingen hat bei einer Aktion von Antenne Bayern mitgemacht. Der Radiosender hatte Städte in Bayern aufgerufen, ihre Weihnachtsbeleuchtung bereits am 26. November zu entzünden.

Sponsor: Das so genannte Kitzinger Kleeblatt, bestehend aus VR Bank, Sparkasse, LKW und GWF, hatte die Aktion ursprünglich gesponsort. Seit etwa fünf Jahren ist die Sparkasse Mainfranken alleiniger Sponsor.