Sommer, Ferien und ein Blick zurück. Das riskieren wir in den Augustwochen. Die Frage dabei: Wie waren die Kitzinger früher drauf? Über was haben sie gelacht? Die Serie „Das Kitzinger Jahrhundert“ von Stadtarchivarin Doris Badel macht die Einblicke möglich. Heute die Schmunzelecke aus dem Jahr 1904.

Es war die Zeit, als man in Kitzingen die Autos an einigen Händen abzählen konnte. Der Ruf der Benzinkutschen war nicht gerade gut. Für Schlagzeilen reichte es aber immer. An der heute nicht mehr vorhandenen Gerolzhöfer Eisenbahnbrücke beispielsweise ist ein Automobil stehen geblieben. Alle Versuche, das Ding wieder flott zu machen, scheiterten. Darüber, dass sich ein Bierkutscher der Brauerei Kleinschroth erbarmte, seine Ochsen vor das Auto spannte und in den Hof der Brauerei schleppte, hat die ganze Stadt gelacht.

Und dann war da eine Rekordmeldung: Danach ist ein Kitzinger Autler – so hießen die Autofahrer damals – an einem Dienstagfrüh von Kitzingen nach Schweinfurt geautelt und dort am Mittwoch um sechs Uhr abends angekommen, was er telefonisch nach Kitzingen meldete. Der Kommentar dazu: „30 Kilometer per Auto in zwei Tagen, ein neuer Rekord. Auto heil.“

Dazu kamen einige Unfälle, die heftig diskutiert wurden. Als ein Auto an „scharfer Kurve“ an der Auffahrt zur Alten Mainbrücke ein Fuhrwerk rammte, das von einer Kuh gezogen wurde, kam der Fahrer nicht besonders gut weg. Ihm wurde verantwortungslose Raserei unterstellt, eine Motorenlautstärke, die die Kuh erschrecken musste. Autofans hielten dagegen und erklärten ausführlich, warum es beim Umschalten des Motors laut werden kann und so weiter und so fort. Im Endeffekt war jedenfalls der Junge schuld, der die Kuh hätte festhalten sollen.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.