Jetzt, da das Jahr langsam zu Ende geht, beginnt wieder die heiße Zeit: Kirchweih, Erntedankfest, Volkstrauertag, Advent, Weihnachten und schließlich Silvester – für Possenheims Posaunenchor ist dies die ganz gewöhnliche Tournee zum Jahresabschluss. Die 19 Mitglieder sind sozusagen die musikalischen Begleiter bei kirchlichen Festen aller Art im Dorf, und das seit mittlerweile dreieinhalb Jahrzehnten.

Es war der 9. Februar 1978, als sich in Possenheim zehn junge Leute um den damaligen Dekan Hans Sommer scharten, um ein Instrument spielen zu lernen. Sommers Wunsch: „Miteinander zum Lob Gottes und zur Freude anderer zu musizieren.“ Die Idee des Posaunenchors war geboren und wurde in den nächsten Monaten mit Leben gefüllt. Bei Ludwig Langmann, dem Chorleiter aus dem Nachbarort Markt Einersheim, lernten die Kandidaten die Posaune näher kennen. Im Herbst 1978, gut ein halbes Jahr nach ihrer ersten Zusammenkunft, hatten sie ihren ersten Auftritt vor Publikum: zum Erntedankfest.

Von nun an waren die Posaunisten im öffentlichen Leben des Dorfes verankert. Immer häufiger spielten sie in der Folge bei kirchlichen oder weltlichen Anlässen – zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten sowieso, aber auch bei Trauungen, Silberhochzeiten und Geburtstagen, wo es meist einen kleinen Obolus für die Vereinskasse gibt. Mitgliedsbeiträge verlangt der Posaunenchor nicht, die Ausbildung ist für die Mitglieder kostenlos – und selbst die Instrumente stellt großenteils der Verein. Zur Kirchweih fließt mit dem Bremserverkauf auch ein wenig Geld zurück in die Kasse. Außerdem bieten die Musiker dort ein Schätzspiel und ein Geschicklichkeitsrennen an. Für die Possenheimer ist das im Laufe der Jahre zur lieb gewonnenen Tradition geworden.

Zum 15-jährigen Bestehen fand in Possenheim der Bezirksposaunentag statt, eine „Sternstunde des Vereins“, wie Chorobmann Jürgen Adler sagte, genau wie die Teilnahme am Landesposaunenchortag 1996 in Nürnberg. Festliche Bläsermusik erklang da aus Dutzenden Posaunen. Das 25-jährige Chorjubiläum geriet zum „unvergesslichen Erlebnis“. Mehr als hundert Musiker verzückten im Sommer 2003 die Besucher im Biergarten des Bürgerhauses.

Fast jeden Sonntagmorgen treffen sich die derzeit 21 Mitglieder im Gemeindehaus zum gemeinsamen Proben. „In Possenheim“, so hat Chorobmann Adler einmal erklärt, „ist es ein Selbstverständnis für viele Eltern und auch Kinder, mindestens einem Verein beizutreten.“ So muss sich der Posaunenchor auch keine Nachwuchssorgen machen. Der ist im Vergleich zu anderen Chören seit Jahren ausreichend vorhanden. Gründungsmitglied Heinz Dingeldein führt die Musiker seit 1985 als Chorleiter und kennt den jährlichen Rhythmus aus dem Effeff. Er weiß, dass er dieser Tage wieder besonders gefordert sein wird.

Die Main-Post in Possenheim

Am kommenden Montag (10. November, 19.30 Uhr) lädt die Main-Post alle Possenheimer ins Bürgerhaus ein. In lockerer Runde soll darüber disku- tiert werden, was die 220 Bürgerinnen und Bürger des Ortsteils von Iphofen beschäftigt. Für jeden Gast gibt es ein Freigetränk, am Mittwoch (12.11.) werden wir über die Veranstaltung ausführlich berichten. NOH