Mehr als 25.000 Euro: Eine stattliche Spendensumme konnte der Rotary Club Kitzingen Anfang Juli an zwei Spendenempfänger übergeben. Das Geld kommt Menschen in Kitzingen und auf den Philippinen zugute.

Das Lächeln fürs Foto fällt Peter-Michael Himmel leicht: Er kann mehr als zufrieden sein mit der Spendensumme, die für „sein“ Projekt zusammengekommen ist. Himmel ist in diesem Jahr Präsident des Rotary Clubs Kitzingen und durfte darüber entscheiden, wohin die Spenden gehen, die bei der traditionellen Soiree zu Jahresanfang zusammenkamen. Er hatte sich im Vorfeld für das neue Wohnprojekt der Lebenshilfe Kitzingen entschieden und konnte nun, gemeinsam mit Gunter Kittel, einen dicken Scheck an Lebenshilfe-Geschäftsführer Manfred Markert und den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rebitzer übergeben. Über 11.000 Euro an Spenden waren bei der Soirée eingesammelt worden. Der Club gab noch etwas dazu, so dass insgesamt der einprägsame Betrag von 11.111,11 Euro zusammenkam. „Das stellt eine neue Rekordsumme für die Soirée dar“, freut sich der Club-Präsident.

Im neuen Wohnprojekt der Lebenshilfe leben drei Frauen und drei Männer mit Behinderung in einer Wohngemeinschaft. Bislang lebten sie bei ihren Eltern. „Es ist ihr erstes eigenes Zuhause“, erklärt Manfred Markert. Sie bestreiten dort ihren Alltag selbstständig, mit allen Konsequenzen, Rechten und Pflichten. Die Lebenshilfe unterstützt sie, wenn nötig, bei Behördengängen oder der Freizeitgestaltung, immer wieder mal schaut jemand vorbei. Doch eigentlich läuft das Leben wie in einer ganz normalen WG.

Dass bei der Soirée eine solch große Summe zusammenkommen würde, damit habe er in keinster Weise gerechnet, so Markert. „Das hilft uns sehr.“ Mit der Summe war es möglich, zwei Küchenzeilen, Lichter, Sonnenschirme und mehr für die Unterkunft in der Siedlung zu kaufen.

Wie Peter-Michael Himmel in diesem Jahr hatte auch sein Vorgänger als Präsident, Dr. Georg Lilly, bei der Soirée im vergangenen Jahr Mitglieder, Freunde und Bekannte um Spenden für ein Hilfsprojekt gebeten. Er hatte den Schwerpunkt der Spendenaktion auf das Kressbronn Toril Education Programm (KTEP) in Toril auf der Philippineninsel Mindanao gelegt. Der Kitzinger Zahnarzt war selbst schon mehrfach vor Ort, um die Menschen zu unterstützen und konnte jetzt einen großen Beitrag aus „seiner“ Soirée sowie aus weiteren Spenden übergeben. Damit gingen Anfang Juli insgesamt knapp 15.000 Euro aus Kitzingen nach Toril.

Mit diesem Geld kann für vier Schüler fünf Jahre lang das monatliche Schulgeld finanziert werden. Damit erhöht sich ihre Chance auf einen qualifizierten Beruf – in einer Region mit hoher Jugendarbeitslosigkeit ist das von besonderer Bedeutung. Die Colleges befähigen die jungen Leute für IT- oder kaufmännische Berufe oder bilden Englischlehrer aus.

Aus Gesprächen weiß Dr. Lilly, dass die Bewohner dort aufgrund der Coronakrise viele Einschränkungen haben. „Sie sind drei Tage komplett zuhause, dürfen an drei Tagen einkaufen und am Sonntag überhaupt nicht raus“, erzählt er. Die Colleges sind durch den Lockdown in Toril komplett geschlossen. „Für Homeschooling fehlt die Infrastruktur in den sehr einfachen Hütten der armen Schüler“, berichtet Georg Lilly. Damit das Schuljahr nicht komplett verloren geht, haben sich die Projektleiter zum Ziel gesetzt, möglichst vielen KTEP-Scholars – so werden die geförderten Studenten genannt – einen PC zur Verfügung zu stellen, damit sie in der Zwangspause den Umgang mit dem Computer erlernen können. „Ihnen fehlt das spielerische Lernen am PC, das deutsche Kinder schon seit Grundschulzeiten gewohnt sind“, so Lilly. „Die PC-Grundausstattung für die Lehrer, die diesen Unterricht übernehmen sollen, spendet auch der Rotary Club Kitzingen.“

Corona trifft die Region darüber hinaus hart. Für Mitarbeiter in vielen Bereichen sei es schwierig, man arbeite von Tag zu Tag. „Zimmermädchen und Mitarbeiter auf ähnlichen Positionen sind als erste rausgeworfen worden“, erzählt Lilly. „Dort gibt es so etwas wie unsere Kurzarbeit nicht. Die haben gar nichts.“ Rotary versuche aktuell unter anderem mit Spenden für Reissammlungen zu helfen.