Manchmal heulen in Kitzingen völlig aus dem Nichts heraus Sirenen. Meint man zumindest. In Wirklichkeit ist das nur der Schrei eines Redakteurs. Weil „es“ mal wieder passiert ist. „Es“ bedeutet: Eigentlich war gerade eine schicke Zeitungsseite fertig. Plötzlich ein Flackern, weißer Bildschirm. Hoffen. Eigentlich mehr Bangen. Wutsch. Absturz. Sirene! Alles auf Anfang, die Seite darf noch einmal ganz neu gemacht werden.

Das ist einer der Gründe, warum unsereins mit der Technik auf Kriegsfuß steht. Und warum Gespräche mit den Technikern so unerquicklich sind. Techniker: Sehen Sie den Cursor? Redakteur: Nein, ich bin allein im Raum!

Techniker verstehen was du sagst – jedoch nicht, was du meinst. Aber auch untereinander sind die Gespräche eher bissig: Redakteur eins: Ich habe ein Computer-Problem! Redakteur zwei: Na dann, schönen Sommer noch!

Neuerdings reden die Computer sogar mit einem. Seit einiger Zeit wird regelmäßig der Satz „Es kann Browser-Verzögerungen geben“ eingeblendet. Dann geht ein Stöhnen durch die Reihen und man erkennt an der Lautstärke des Jaulens, wessen Browser besonders zögerlich ist.

Schade, dass es „Wetten, dass . . . “ nicht mehr gibt. Wir können am Stöhnen der Kollegen erkennen, welches Browser-Problem sie haben. Wäre eine schöne Wette gewesen.

Computer zu verstehen, ist fast unmöglich. Dieses Gefühl, wenn plötzlich alles falsch ist, obwohl man seit Jahren das Gleiche macht. Wenn schon etwas Genialität erfordert, um die Einfachheit zu verstehen. Und wenn jemand nur so schnell arbeitet, weil er nicht denkt, ist das schon von Haus aus verdächtig.

Besonders schlimm ist, dass sich Computer gnadenlos rächen können . . . Browserverzögerung. . . Bildschirmflackern . . . Sirenengeheul!

Neues aus der Redaktion gewährt Einblicke in den Alltag der Kitzinger Redaktion und erscheint in loser Folge.