Ein großes Ereignis stand Mitarbeitern der Mainfränkischen Werkstätten Kitzingen bevor: Der Motorradclub Golden Hawks aus Albertshofen organisierte eine Motorradausfahrt mit über 25 Motorrädern und Motorradgespannen. Mittlerweile das fünfte Mal.

Hierbei ging es auf dem Platz der „Rocker“ zu wie auf einem Volksfest. Michael Rügamer ist der Präsident der Gruppe. Er und einige seiner Kollegen schauen aus wie Rocker ausschauen. Wer meint, dass sich die Mitfahrer von diesem Aussehen irgendwie beeindruckt zeigen, irrt: Rügamer berichtet von einer seit langem gepflegten Freundschaft. „Wir nennen sie nicht Behinderte“, erklärt er. „Es sind unsere Gäste, unsere Freunde!“ Und die strahlen um die Wette. Manche sind aufgeregt, manche geben sich äußerst cool und fachsimpeln mit den Motorradbesitzern. Rügamer und seine Kollegen haben sich gut auf diesen Tag vorbereitet. Helme und andere Schutzausrüstung liegen bereit und werden von den Mitfahrern probiert.

Dankbare Gäste

Der Roadmanager hat eine Strecke von knapp drei Stunden ausgearbeitet. Es geht über Geiselwind nach Schlüsselfeld und dann zurück nach Albertshofen. „Es ist ein Hammer, wie dankbar unsere Gäste sind“, sagt Rügamer. „Da kommt echt ehrliches Lächeln zurück!“

Zwischenzeitlich haben alle Gäste ihren Fahrer gefunden und sich zu den Maschinen gestellt. Ein Rollstuhlfahrer wird in den Beiwagen eines Gespannes gehoben. Für alle eine normale Situation. Benjamin Meyer, ein 28-jähriger Sozius, macht sich startfertig. „Ich habe das dritte mal den gleichen Fahrer! Das ist ein Kumpel für mich!“, schwärmt er.

Begleitet wird der Konvoi von drei Motorrädern der Verkehrspolizei und drei Maschinen der BRK- Motorradstreife. Thomas Ringelmann, einer der BRK-Fahrer, ist schon öfters bei solchen Ausflügen mitgefahren. Er und seine Kollegen von den anderen Maschinen und der Polizei sichern die Strecke mit Blaulicht ab. „Seit Jahren hatten wir noch kein einziges Ereignis, wo wir irgendwie eingreifen mussten“, meint Ringelmann.

Mit zehn Motorrädern gin's los

Melanie Münch, Sozialpädagogin bei den Mainfränkischen Werkstätten, ist eine der Mitorganisatoren dieser Ausfahrten. Auch sie ist schon das fünfte mal dabei. „Als wir vor fünf Jahren die erste Ausfahrt organisierten, waren es nur zehn Motorräder. Von Jahr zu Jahr hat sich das kontinuierlich gesteigert“, freut sie sich und berichtet, dass die Teilnehmer schon monatelang auf dieses Ereignis hinfiebern.

Rückkehr nach drei Stunden

Unfallfrei und ohne Vorkommnisse kehrt der Tross dann nach drei Stunden zurück. Die Mitfahrer schauen etwas müde aus. Doch kaum sind sie von den Maschinen gestiegen beziehungsweise gehoben worden, fragen einige schon, wann die nächste Ausfahrt stattfindet. Ohne Zweifel – es haben sich neue Motorradfreundschaften entwickelt.