Kaum hatte das Kirchenburgmuseum in Mönchsondheim am Samstag, 14. März, seine Türen für die neue Saison geöffnet, mussten sie auch schon wieder geschlossen werden. Das Coronavirus zwang die Verantwortlichen zum Handeln. Susanne Himsel und das übrige Team hätten den Besuchern gerne gezeigt, was sie in den vergangenen Monaten vorbereitet haben. Jetzt will die Pressesprecherin des Museums zumindest die Vorfreude ein wenig anheizen.

Frage: Was ist während der Winterpause hinter verschlossenen Türen passiert?

Susanne Himsel: Für das Museum ist der Winter eine arbeitsintensive Zeit. Es werden Reparaturarbeiten in Museumsgebäuden und in den Dauerausstellungen gemacht. Heuer wurde zum Beispiel der Gewölbekeller unter dem Torhaus reaktiviert. Dort gibt es nun Sitzgelegenheiten und einen Getränkeautomaten für unsere Besucher, solange die Museumsschänke renoviert wird. Auch organisatorisch gab es einiges neu zu regeln, weil das Museum seit Januar von einem Zweckverband getragen wird. Und natürlich haben wir im Winter auch das Jahresprogramm mit neuen Sonderausstellungen, Führungen und Museumsfesten vorbereitet.

Die neue Sonderausstellung trägt den Titel: „Die Kirche im Dorf – Feste und Gäste in Mönchsondheim“. Was erwartet die Besucher?

Himsel: Wir greifen die Rolle der Kirche im Leben der Menschen in einem Dorf auf. Die Idee dazu bestand schon seit einigen Jahren und sie konnte jetzt anstelle der Trachtenausstellung im ehemaligen Mesnerhaus realisiert werden. Die Besucher lernen anhand originaler Objekte und Fotos die evangelischen Bräuche und Traditionen der Mönchsondheimer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kennen.

Wie aufwändig war es, die dazu passenden Gegenstände zu finden und zu arrangieren?

Himsel: Der Mönchsondheimer Hochzeitszug schmückt als Foto die Rückwand eines Raumes. Wir haben einige Figuren als Brautpaar genau so ausgestattet, wie es auf dem Foto zu sehen ist. Es war nicht ganz einfach, alle Kleidungsstücke zusammen zu tragen – sie sollten ja möglichst aus Mönchsondheim stammen, den gleichen Stil und die gleiche Farbe haben. Wir versuchen, im Kirchenburgmuseum alles möglichst authentisch zu präsentieren – die Hauptarbeit steckt also im Detail.

Was passiert mit den Objekten aus vergangenen Sonderausstellungen?

Himsel: Die Ausstellungsstücke stammen zum Teil aus Inventar des Museums und werden nach einer Sonderausstellung wieder in unsere Depots zurück sortiert. Andere Objekte sind ausgeliehen und werden nach Ausstellungsende wieder an die Eigentümer zurückgegeben. So zum Beispiel die Musikinstrumente, die uns für die letztjährige Ausstellung zum Posaunenchor-Jubiläum zur Verfügung gestellt wurden.

Auch 2020 stehen zahlreiche Veranstaltungen an – vorausgesetzt die Corona-Krise legt sich bald wieder. Gibt es Neuheiten beziehungsweise Veränderungen?

Himsel: Aktuell sind natürlich erst einmal sämtliche öffentlichen Führungen und Veranstaltungen abgesagt. Wir bitten um Verständnis für diese Vorsichtsmaßnahme. Sobald das Museum wieder öffnet, werden wir darüber unverzüglich informieren. Wenn der Kinderaktionstag am 10. Mai stattfinden kann, wird er dies unter einem neuen Namen tun: Er heißt jetzt „Familienfest“ – und der Name ist Programm. Die ganze Familie kann gemeinsam als Team Spiel, Spaß und Abenteuer erleben. Die Besucher erwartet ein Zeitreise-Abenteuer mit spannenden Aufgaben. Auch das Korbtheater ist mit zwei Vorstellungen um mit von der Partie. Bis 28. Juni soll außerdem die Wanderausstellung „Vom Untertan zum Staatsbürger – Demokratiegeschichte im Kitzinger Land“ im Kirchenburgmuseum zu Gast sein und von 25. Juli bis 29. November wird eine Sonderausstellung zum Kriegsende in Iphofen und Umland gezeigt. Und Besuchergruppen können eine neue Führung buchen: „Kräuter, Aderlass und Schröpfen – des Baders Handwerkszeug“.

Vorerst geschlossen

Info: Das Kirchenburgmuseum Mönchsondheim bleibt wegen der Pandemie bis auf weiteres für Besucher geschlossen. Die Verwaltung des Museums ist bis auf weiteres besetzt und kann bei Fragen Montag bis Freitag zu den Bürozeiten erreicht werden: Tel. 09326/1224, Email: kirchenburgmuseum@kitzingen.de

Geplante Termine: 10. Mai, 13 bis 18 Uhr, Familienfest; 14. Juni, 11 bis 18 Uhr, Unterfränkischer Volksmusiktag; 5. Juli, 11 bis 18 Uhr, Kirchenburgfest; 4. Oktober, 11 bis 18 Uhr, Herbst- und Kelterfest.