Umzugstag. Den stellt man sich hektisch vor. Kisten und Kartons, Computer und Kabel, Menschen, die hektisch durch die Gänge wuseln. Als am Mittwoch die Intensivstation in der Klinik Kitzinger Land neue Räume bezog, war davon nichts zu spüren. Alles blieb ruhig. Weil die Vorbereitung gepasst hat.

Der Umzug einer Krankenhausstation ist ein Mammutprojekt. Da geht es um mehr als darum, die Patientenbetten in neue Räume zu schieben. „Die Patienten waren nie ein Problem“, sagte deshalb gestern auch Christian Kollenbrath, stellvertretender Stationsleiter der Intensivstation. Technik, Versorgungssicherheit, Überwachung, Material, das waren die Punkte, die es im Vorfeld zu beraten und zu planen gab.

Mehr Platz

Vor einem dreiviertel Jahr, so erzählt Stationsleiter Uwe Nunn, habe er schon angefangen, jeden Artikel zu registrieren, der auf der Intensivstation benötigt wird, alles wurde auf Fläche und Volumen aufgenommen. Von der Nadel über den Schlauch bis zum Dialysegerät. „Wir haben einen erklecklichen Gerätefuhrpark“, sagt Uwe Nunn. Monatelang wurde daran gearbeitet, alles effizient und praxisfreundlich unterzubringen. Um dann die Patienten bestmöglich versorgen zu können.

Bei dieser Arbeit haben die Pfleger und Schwestern jetzt auch mehr Platz rund ums Bett. „Christian hat die Bettlogistik neu aufgebaut“, erzählt Uwe Nunn, so lässt es sich jetzt besser arbeiten. Davon profitieren die Patienten ebenso wie von der Tatsache, dass es in der neuen Intensivstation jetzt sechs Einzelzimmer statt bisher nur eines gibt. Die Zahl der Mehrbettzimmer ist damit deutlich kleiner geworden. Zwei der Zimmer stehen zudem für die Isolation von Patienten zur Verfügung, so dass auch diese effizienter erfolgen kann, so Nunn. Diese Räume haben eine Vorschleuse.

Machen mehr Räume die Überwachung der Patienten schwieriger? Die beiden Stationsleiter verneinen die Frage. Alle Monitore laufen im Stützpunkt zusammen, dort hat das Personal stets alle Daten im Blick.

Dass Intensivpatienten innerhalb einer Klinik transportiert werden, ist nicht ungewöhnlich. „Wir sind es gewohnt, Intensivpatienten durch das Haus zu fahren“, sagt Oberarzt Dr. Daniel Holzheid, zum CT zum Beispiel. „Das ist Routine.

“ Dafür stehen extra Transporteinheiten zur Verfügung, ausgestattet mit Monitor, Beatmungs- und allen anderen nötigen Geräten, erklärt Oberarzt Dr. Christian Sommer. „Die Patienten werden adäquat überwacht“, die Behandlung ist auch während des Transports zu jedem Zeitpunkt gesichert.

Versorgung war gesichert

Damit der Umzug möglichst problemlos über die Bühne gehen konnte, wurden die Operationen entsprechend geplant, soweit das möglich war. Planbare große Bauchoperationen zum Beispiel, bei denen die Patienten hinterher auf die Intensivstation müssen, wurden anders terminiert. „Wir haben schon geschaut, dass heute hier weniger Patienten liegen als sonst“, so Dr. Holzheid. Die Versorgung von Notfällen sei aber auch am Mittwoch jederzeit gesichert gewesen. Zudem war doppelt so viel Pflegepersonal im Einsatz wie an normalen Tagen, so Uwe Nunn.

Die gute Planung hat sich ausgezahlt: Fünf Patienten lagen am Mittwochfrüh noch auf der Intensivstation, zwei von ihnen konnten auf die Normalstation verlegt werden, so dass letztendlich nur drei den Umzug antraten. Platz ist in der neuen Intensivstation aber für mehr Patienten: Statt bisher neun gibt es nun zwölf Betten. Was aber nicht gleichzeitig die Versorgung von zwölf Patienten bedeutet, denn dafür steht nicht genug Personal zur Verfügung, sagt Stationsleiter Uwe Nunn: „Für die zwölf Betten bräuchten wir 28,4 Stellen, wir haben aber nur ungefähr 20.“

Nächster Umzug in fünf Jahre

Die jetzige Intensivstation ist eine „Zwischenstation“ im Zuge der Generalsanierung und Erweiterung der Klinik Kitzinger Land, einem langwierigen, etwa 90 Millionen Euro teuren Großprojekt. In etwa fünf Jahren, so die Planung, wird die Intensivstation dann an ihren endgültigen Standort ziehen, in das Stockwerk im alten Gebäude, in dem sie bislang untergebracht war. Dann soll die Bettenzahl noch einmal erhöht werden, auf 14, wie Oberarzt Dr. Christian Sommer erklärt.

Auch wenn es sich also jetzt um eine „Zwischenlösung“ handelt, Kompromisse wurden weder bei der Technik noch bei bei der Unterbringung der Patienten gemacht – wegen des langen Zeitraums von fünf Jahren, vor allem aber, weil die Versorgung der Intensiv-Patienten jederzeit gewährleistet sein muss. Das wurde während der Planungsphase natürlich auch getestet: Funktionieren die Alarme, werden alle Daten richtig übermittelt? „Wir haben mit Puppen getestet, dass die Übertragung der Daten läuft“, so Dr. Holzheid. Die Probeläufe im Vorfeld liefen gut, alles hat funktioniert, die echten Patienten konnten kommen. „Jetzt freuen wir uns, dass der Normalbetrieb wieder läuft.“