„Als Gesellschaft sind wir füreinander verantwortlich“, sagt Kitzingens Pfarrer Gerhard Spöckl. Wichtig sei es, sich auch um diejenigen Menschen zu sorgen, die nicht auf der Sonnenseite stehen. Katholische und evangelische Kirche organisieren in diesem Sinne eine besondere Hilfsaktion für Menschen in Kitzingen. Bereits zum dritten Mal.

Vor fast genau einem Jahr startete die Idee mit einem Anruf von Hildegard Töpfer bei Astrid Glos. Die Vorsitzende des Vereins „Empathie e.V.“ und Geschäftsführerin von „Töpfer Salate“ in Albertshofen hatte im ersten Lockdown plötzlich jede Menge Gemüse übrig. Wegwerfen war keine Option. Also überlegte sie zusammen mit der Vorsitzenden des Frauenbundes und Bürgermeisterin in Kitzingen, wie das Gemüse möglichst frisch und unbürokratisch an möglichst viele Bedürftige verteilt werden kann. An zwei Terminen wurden insgesamt 150 Kisten an Menschen in der Stadt Kitzingen und im Notwohngebiet in der Siedlung verteilt. „Wir hatten auf Anhieb eine super Resonanz“, freut sich Glos.

"Gemüsekiste": Gesunde Lebensmittel für Bedürftige zu Ostern

Mit der Aktion „Weihnachten im Einkaufswagen“ knüpften die beiden Kirchen an diese Aktion an. In Zusammenarbeit mit den beiden Edeka-Märkten und dem Rewe-Markt in Kitzingen wurden Lebensmittel gesammelt. Kunden konnten Waren für Bedürftige kaufen und in bereitgestellte Einkaufswagen legen. Auch Spendengelder gingen auf den Konten ein. Mehr als 150 Pakete wurden letztendlich kurz vor Weihnachten abgegeben. Neben dem evangelischen Pfarrer Thilo Koch halfen bei der Ausgabe Sonja Kunz vom katholischen Pfarramt sowie die Stadträte Manfred Freitag und Uwe G. Hartmann mit. Zu ihnen wird sich bei der neuen Aktion Hartmut Stiller vom VdK gesellen. „Es gibt nichts Schöneres, als in die dankbaren Gesichter zu sehen“, sagt Astrid Glos und denkt gerne an die bisherigen Aktionen zurück.

Am Gründonnerstag werden die Gemüsekisten zunächst am ehemaligen Sozialzaun bei der Freiwilligen Feuerwehr verteilt (10.20 Uhr) und anschließend am Wegweiser in der Egerländer Straße im Kitzinger Notwohngebiet (11.30 Uhr). Dieses Mal werden die Kisten nicht vorbereitet sein, sondern vor Ort gefüllt. „So können wir besser auf die Wünsche der Bedürftigen eingehen“, erklärt Glos. Die kommen aus allen Altersschichten und Nationalitäten und werden in den Pfarrbriefen, über Soziale Medien und Mund-zu-Mund-Propaganda informiert. Die Organisatoren sind sicher, dass wieder mehr als 150 Kisten an den Mann und die Frau gebracht werden.

Finanziert wird die Ausgabe aus Sachspenden von Salate Töpfer und möglicherweise auch anderen Albertshöfer Gärtnereien sowie Spendengeldern aus der Weihnachtsaktion. 750 Euro hat die Sparkasse in Kitzingen zugeschossen, dank der Aufrufe in den Pfarrbriefen kamen etwa 400 Euro zusammen. Geld, das gut angelegt ist, wie Pfarrer Spöckl versichert. Er kann sich gut vorstellen, dass die Aktionen an Ostern und Weihnachten auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Weil es zum Selbstverständnis von Christen gehöre, anderen Menschen zu helfen.

Spendenkonto: Wer die Aktion unterstützen möchte, kann einen Umschlag mit dem Vermerk „Gemüsekiste“ in die Spendenkörbchen in den Kirchen einlegen oder einen Betrag auf das Konto DE05790500000042067496, Sparkasse Mainfranken, Verwendungszweck „Gemüsekiste“ überweisen.