Was am Feiertag los war?

Wir hingen ein wenig der Frage nach, ob die besinnlichen Tage einige um die Besinnung gebracht haben. Wenn man sich so durch die diversen Meldungen der Polizei kämpft, könnte man jedenfalls zu der Erkenntnis kommen: Es wird gerast. Es wird gewütet. In Wiesentheid waren Schmierfinken unterwegs, die von der Farbe blau scheinbar nicht genug bekommen konnten. In Kitzingen musste jemand eine Schaufensterscheibe beschädigen – und, und, und.

Auf dem Weg zum Feiertagsdienst zuckelte auf der B 8 ein Laster vor uns her. Ein Laster! Am Feiertag! Wahrscheinlich der einzige in ganz Bayern. Aber es war gar nicht so schlimm, eine kleine Ewigkeit hinter dem Ding herzufahren, weil auf dem Heck eine gemalte Giraffe einen langen Hals machte.

So blieb Zeit, ausführlich dem Radio zu lauschen. Dort wurde eine recht nette Lebensweisheit zum Besten gegeben, die gut als Motto über dem Jahr 2016 stehen könnte: Es gibt nur zwei Arten sein Leben zu leben: Entweder so, als gäbe es keine Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder.

Zum Wundern war wenig später der Anruf einer Leserin. Die gute Frau wollte wissen, wo denn ihre Zeitung bleibt. Es erforderte unendlich viel Überzeugungskraft, der Frau das mit dem Dreikönigs-Feiertag zu erklären. Aber schließlich konnten wir der Frau dann doch klar machen, dass nicht extra für sie eine Zeitung erscheinen konnte. Wobei man auch sagen muss, dass die Frau erst kürzlich nach Bayern gezogen ist.

Hierher zu ziehen war sicher nicht die schlechteste Entscheidung. Bayern hat 2016 bundesweit die wenigsten Arbeitstage, insgesamt müssen wir nur 250 Mal ran. Was natürlich nur dann eine gute Nachricht ist, wenn man nicht Feiertagsdienste schiebt und zur Krönung hinter langen Giraffenhälsen herfährt.