Es ist immer wieder erstaunlich, was für Geschichten Olympia schreibt: Da sind drei junge Männer vor über 15 Monaten von München aus aufgebrochen, um als „Trio für Rio“ mit dem Fahrrad an den Zuckerhut zu fahren. Ihr Weg führte sie durch 24 Länder, übers Nordkap, Alaska und ganz Amerika nach Rio. 28 272 Kilometer waren es genau, 60 Kilometer wurden im Schnitt täglich gestrampelt – Ruhetage mit eingerechnet.

Unsereins träumt von der Alpenüberquerung mit dem Mountainbike – ein vergleichsweise läppisches Unterfangen, Umsetzung eher ungewiss! Das gilt auch für einen anderen, seit Jahrzehnten gehegten Wunsch: Einmal Olympische Spiele live zu erleben, vor Ort dabei zu sein. 1976 Montreal, das wär's gewesen, aber mit 18 als Gymnasiast nicht bezahlbar, außerhalb jeglicher Vorstellung. Vor vier

Jahren war die Reise nach London schon gebucht, hat sich aber im letzten Moment leider zerschlagen.

Glücksgefühle

Wer so einen Traum mit sich herumträgt, kann umso besser nachvollziehen, welche Glücksgefühle Luisa Moser aus Kitzingen gerade haben muss: Die begeisterte Sportlerin ist mit 49 anderen Jugendlichen in Rio, schaut sich Wettkämpfe an, genießt die Atmosphäre. Das Schöne daran ist, dass ihr ehrenamt- liches Engagement der Schlüssel für die Reise nach Brasilien gewesen ist: Luisa ist in der Kirche engagiert. Und sie hat den Fünf-bis Achtjährigen der TG Kitzingen die ersten Schritte in der Leichtathletik gezeigt, mit den Kindern gearbeitet, sie motiviert.

Wer weiß: Vielleicht schafft es ja einer von denen irgendwann als Sportler zu Olympia. Wenn nicht, ein Mutmacher für 2020: Zu den Spielen nach Tokio wäre es mit dem Fahrrad (Luftlinie: 9 300 Kilometer) nicht einmal halb so weit wie der Weg nach Rio für die drei Münchner.