Zurück in die 80er (Teil 3): „Ich hör' es gerne, wenn die Jugend plappert: Das Neue klingt. Das Alte klappert.“ (Goethe)

Und wie das Neue klang. Die 80er hatten ihren eigenen Sound. So richtig geil. Auch wenn das Wort damals noch überwiegend den Schlafzimmern vorbehalten war. Geil hieß zunächst noch cool. Manchmal auch „oberaffenturbocool“. Gerne auch „rattenscharf“ oder „affenscharf“.

Wobei keiner wusste, woher die ganzen Affen und Ratten kamen. Die Affen gab es sogar in Verbindung mit weiblichen Geschlechtsorganen – aber das führt jetzt vielleicht zu weit. Andererseits: Sind ja historische Dinge. Also nennen wir die Dinge beim Namen. Das Wort hieß: oberaffentittenturbogeil.

So wie sich heute keiner mehr scheckig lacht. Oder einen Ast. Das war dann astrein. Zum Radiergummi sagten wir Ratzefummel. Zum Abschied hieß es „Bis neulich“.

Wir chillten nicht, sondern hingen ab. Manchmal flog uns dabei das Blech weg.

Die 80er – plötzlich sagten alle „Null Bock“. Viele fanden das ätzend. Die Dinge wurden endkrass. Später dann endgeil. Und am Ende durfte ein „ey“ nicht mehr fehlen: „endgeil, ey.“ Als das nicht mehr reichte, kam „boah, ey“.

Alles war voll: voll der Hammer, voll fett, voll krass, voll uncool. Und wenn einer so gar nichts konnte, war er voll der Looser.

Jungs konnten Mädchen elegant ansprechen. Mit nur einer Frage: „Ich gehe kaputt – gehst Du mit?“ Auch wenn das heute keiner glaubt – es hat funktioniert.

Auch sonst war in den 80ern alles paletti. Und irgendwie anders. Am besten bringt es vielleicht dieser Dialog bei „Alice im Wunderland“ auf den Punkt: „Aber ich möchte nicht unter Verrückte kommen!“ „Oh, das kannst du wohl kaum verhindern. Wir sind hier nämlich alle verrückt.“ (Fortsetzung folgt)