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KITZINGEN

Folgen der Frostnacht: Tote Triebe und schwarze Früchte

„Es ist gelinde gesagt eine Katastrophe“, sagt Obstbauberater Thomas Riehl. Einige Tage nach der Frostnacht werden die Schäden für die Landwirtschaft langsam deutlich.
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Eispanzer
Vereiste Apfelblüten: Bei Minus vier Grad soll der Eispanzer die Blüten und Apfelbäume vor Frostschäden schützen. Foto: Patrick Seeger

„Es ist gelinde gesagt eine Katastrophe“, sagt Thomas Riehl, Obstbauberater am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kitzingen. In der Nacht auf Donnerstag, 20. April, sind die Temperaturen stellenweise bis auf minus sieben Grad gefallen. Jetzt werden die Schäden in der Landwirtschaft deutlich: Junge Früchte von Zwetschgen- und Kirschbäumen sind schwarz, frische Spargeltriebe erfroren und in den Weinbergen ist die Lage kritisch.

Die unterfränkischen Obstbauern hat es hart getroffen: Auf 70 bis 80 Prozent der 1400 Hektar Obstanbauflächen in Unterfranken sind Blüten und Jungfrüchte stark beschädigt, bestätigt Riehl. Das volle Maß des Ernteausfalls sei erst in 14 Tagen abschätzbar. „Es war extrem kalt.“ Frostschutzmaßnahmen wie Vlies-Schutz seien nur bis knapp unter null Grad effektiv. Besser helfe da die Frostschutzberegnung. Um alle Flächen eine ganze Nacht lang zu Beregnen, sei der Wasserbedarf jedoch zu hoch.

Nur der junge Spargel ist betroffen

Sibylle Tygges, Gemüsebauberaterin beim AELF in Knetzgau sagt, dass dank des Vlies-Schutzes am Gemüse nicht viel passiert ist: „Nur den jungen Spargel hat es erwischt.“ Der könne erneut austreiben.

Hoffnung gibt es auch bei den Winzern. „Es gibt keinen Zweifel, dass wir Ernteausfälle haben“, sagt Andreas Oehm von der Winzergemeinschaft Franken (GWF). Bevor man dort Hiobsbotschaften verkündet, will man noch bis Mai abwarten. „Wir wollen nicht ins Jammertal verfallen.“ Der Rebstock könnte die Frostschäden in anderen Trieben kompensieren. 2016 sei bis kurz vor der Weinlese der Ertrag nicht deutlich gewesen. Der GWF-Vorsitzende findet tröstende Worte für Winzer: „Wenn alles so einfach wäre, würde ja jeder nur Weinbau betreiben.“

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