Also gut, es ist schön, wenn es schön ist, meistens wenigstens. Obwohl, so richtig schönes Wetter kann ja auch seine Schattenseiten haben.

Auf den Straßen zum Beispiel: Laute Musik aus offenen Autos, Motorradfahrer, die ihre Maschinen aufheulen lassen. Menschen, die bis tief in die Nacht im Garten feiern. Von den Saatkrähen wollen wir gar nicht reden, weil die zum Schreien kein schönes Wetter brauchen. Oder daheim auf der Terrasse. Kaum ist es schön, kommen Dinge zum Einsatz, die einem die Ruhe und Gemütlichkeit vertreiben können. Die Reihenfolge ist frei gewählt und kann sich je nach Anlass auch ändern.

Im Angebot wären: Rasenmäher, Häcksler, Vertikutierer, Heckenscheren, Laubbläser- oder -sauger. Dazu nach Bedarf: Motorsäge, Kreißsäge oder Äxte, die auf Holzscheite krachen, aber auch leicht röchelnde Pumpen und natürlich die Kärchers dieser Welt in allen Variationen. Auch Bohrmaschinen oder die eine oder andere Flex kann den schönen Tag noch schöner machen. Und dazu die Geräte, die man zum Reinigen und Polieren des Autos braucht.

Unterm Strich ist es so wie damals in Dinkelsbühl. Da gibt es die Geschichte vom dortigen Stadtbaumeister, der den Nagel auf den Kopf trifft. Der Kitzinger Stadtrat hatte sich damals – lange bevor er sich für die kleine Gartenschau 2011 beworben hat – auf dem Gartenschaugelände in Dinkelsbühl umgeschaut. Es war herrliches Wetter, stahlblauer Himmel. Und gerade als der Herr Stadtbaumeister zu seinen Erklärungen anhob, donnerten Tiefflieger über das mittelalterliche Städtchen, das in einem Tiefflugkorridor lag oder noch liegt. Der Rest war jedenfalls zunächst mal Schweigen. Als der Stadtbaumeister dann doch wieder zu verstehen war, sagte er den ebenso unvergessenen wie richtigen Satz: „Wenn es bei uns schön ist, ist es nicht mehr schön.“

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.