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GLOSSE

Dienstags-Dischli: Schwarz liegt weiter vor Gelb

Erst einmal war die Überraschung groß. Dann tauchte ziemlich schnell die Frage auf: Wie kommen die denn auf die? Die, das ist die Schlappmaulordensträgerfindungskommission der KiKaG. Das andere „die“ ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Schlappmaul des Jahres 2016.
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Dienstags-Dischli: Dreht sie sich oder doch nicht?

Erst einmal war die Überraschung groß. Dann tauchte ziemlich schnell die Frage auf: Wie kommen die denn auf die? Die, das ist die Schlappmaulordensträgerfindungskommission der KiKaG. Das andere „die“ ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Schlappmaul des Jahres 2016. Der Name hat in den viel zitierten Kennerkreisen für ein – vorsichtig ausgedrückt – tiefes Durchatmen gesorgt. Nach dem Motto: Muss das sein, eine ausgemusterte Ministerin mit unmöglichem Doppelnamen und dann noch eine von der FDP. Schon wieder die FDP stöhnten die auf, die sich an die Auftritte der FDP-Größe Wolfgang Kubicki erinnern. Der hat sich 2013 den Orden abgeholt und ein Jahr später die Laudatio auf die Grüne Claudia Roth gehalten. Am Rosenmontag hat er Auftritt Nummer drei. Und tatsächlich, die FDP kommt in den Listen der KiKaG häufig vor. Mit der Ministerin a. D. fünfmal. Jürgen Möllemann, Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle und Wolfgang Kubicki sind schon dekorierte Schlappmäuler. Was zeigt, die KiKaG ist FDP-lastig, steht auf Gelb. Kann man glauben, stimmt aber nicht.

Beim Durchstöbern der seit 1989 geführten Liste tauchen mit Wolfgang Bötsch, Peter Gauweiler, Lothar Späth, Hans Spitzner, Helmut Kohl, Erwin Huber und Günther Beckstein sieben politische Schwergewichte auf, die eindeutig eins sind: schwarz bis pechschwarz.

Also, das mit zu viel Gelb lässt sich so nicht halten. Das gilt auch für die Vermutung, mit Leutheusser-Schnarrenberger ist für die KiKaG und Kitzingen werbetechnisch kein Blumentopf zu gewinnen. Ein kurzer Blick auf die Ergebnisliste einer nicht ganz unbekannten Suchmaschine zeigt: Leutheusser-Schnarrenberger und der Schlappmaulorden haben es in die Schlagzeilen geschafft. In Medien wie Focus, Spiegel, Welt – zumindest in den Online-Ausgaben – sind die Kitzinger prominent vertreten. Was zu zwei Erkenntnissen führt: Schwarz liegt weiter klar vor Gelb und die Schlappmaulordensträgerfindungskommission scheint nicht alles falsch gemacht zu haben.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.