Das Tröstliche ist: Auch die schrecklichsten Dinge können einigen Grundsätzen nichts anhaben. Ein Grundsatz lautet: Der Stift wird der Barbarei immer überlegen sein. Ein anderer: Satire darf alles – nur nicht sterben.

Weshalb es eine wunderbare Nachricht ist, dass das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ kommenden Mittwoch als „Zeitschrift der Überlebenden“ in einer Auflage von einer Million Exemplaren erscheint. Eine bessere Antwort auf das Attentat hätte es nicht geben können.

Dass Satire alles darf – dieser Satz stammt übrigens von Kurt Tucholsky, der vergangenen Freitag vor 125 geboren wurde. Aus diesem Anlass noch eine Anmerkung aus seinem Mund zur Satire:

„Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.“

Zur Wahrheit gehört in diesen Jahresanfangstagen auch, dass noch etwas anderes bläst: mehrere Sturmtiefs jagen gerade übers Land. Mächtig was los in der Wetterküche. Eine Orkan-Parade, die von West nach Ost pfeift. Da verliert man schnell den Überblick: Los ging's mit Tief Daniel, am Wochenende nun stürmen Elon und Felix auf Deutschland zu. Lassen Sie sich nicht wegwehen! Nicht, dass am Montag Verlustmeldungen in der Zeitung stehen – jeder Leser zählt!

Vor ein paar Tagen, als es noch kalt und ein wenig wie Winter war, erreichte uns eine eiskalte Polizeimeldung aus Geiselwind. Dort hatte auf der A 3 ein Auto gebrannt. Die Feuerwahr kam, löschte – und stand plötzlich auf einer spiegelglatten Fahrbahn, weil das Löschwasser gefroren war. Was bei der Anschlussstelle Geiselwind zu einer Komplett-Sperrung in Richtung Frankfurt führte. Eislauf auf der A 3 – das ist sozusagen die Fortsetzung des Volkacher Winterzaubers mit anderen Mitteln.

Gerade kommt übrigens die Meldung rein, dass zwei von drei Deutschen ihren Vorsatz, abnehmen zu wollen, bereits wieder aufgegeben haben. Das ist auch gut so. Standen doch die Kühlschränke schon zum Gegenangriff parat, um alle paar Minuten die Schlafzimmertür aufzureißen, blöd zu starren und wieder zu gehen. Wenigstens das bleibt uns jetzt erspart . . .

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.