Kitzingen

Die Woche: Benehmen im Urlaub

Ich packe meinen Koffer und nehme mit – ach, Sie haben längst gepackt? Was, Sie sind sogar schon weg? Über alle Berge, irgendwo im Ausland? Dann hätten wir da ein schönes Zitat von Kurt Tucholsky für Sie: „Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon andere deutsche Touristen dagewesen sind.“
Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Ich packe meinen Koffer und nehme mit – ach, Sie haben längst gepackt? Was, Sie sind sogar schon weg? Über alle Berge, irgendwo im Ausland? Dann hätten wir da ein schönes Zitat von Kurt Tucholsky für Sie: „Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon andere deutsche Touristen dagewesen sind.“

Wobei man nicht ins Ausland fahren muss, um sich nicht zu benehmen. In Kitzingen beispielsweise parkt mittlerweile jeder, wie und wo er will. Gerade rund um Kreditinstitute gibt es unfassbare Dinge zu beobachten. Geparkt wird kreuz und quer. Auf alle Fälle aber so, dass möglichst viele andere Autofahrer und auch Fußgänger behindert werden. Ein Wunder, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, bis an den Kontoauszugsdrucker vorzufahren.

Ähnlich unglaubliche Szenen kann man beim Bäcker oder Metzger bewundern. Scheinbar weiß keiner mehr, was eine Schlange ist und wie man sich da anzustellen hat. Klar, hinten dran. Haben wir alle mal gelernt.

Heute aber kommen sie von allen Seiten: links, rechts, oben, unten, hinten und vorne. Weshalb die Verkäuferin jedes Mal hilflos fragt, wer denn nun an der Reihe ist. Dann bekommen sich immer mindestens zwei Leute in die Haare, weil jeglicher Überblick verloren gegangen ist.

Was ist da passiert? Warum sind die Leute so komisch drauf? Und warum muss die halbe Welt beim Autofahren mit dem Handy am Ohr telefonieren? Diese Woche hat der Verkehrsclub ACE im Landkreis genauer hingeschaut. Ergebnis: Während der Fahrt wird telefoniert und getippt, was das Zeug hält. Wobei die Frage ist, warum das nicht auch die Polizei sieht?

Nicht minder schlimm ist die andere Landplage: autofahrende Nichtblinker. Diese Woche wäre es fast zur Schlägerei gekommen, weil ein Kollege einen Nichtblinker angesprochen hat, warum der es nicht für nötig hält, seine Änderung der Fahrtrichtung anzuzeigen. Die Antwort fiel leider anders aus als gedacht: „Willst Du eine aufs Maul?“

Der Kollege wollte nicht, weshalb die Frage nach dem Grund für das Nichtblinken leider weiterhin ungeklärt bleibt. Vielleicht müssen wir uns ganz woanders Rat holen: Bei denen, die mit ihrem Auto telefonierend bis zum Kontoauszugsdrucker fahren.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.