Es ist eine Enttäuschung für alle, die sich von der Kommunalwahl eine tief greifende Veränderung im Kitzinger Stadtrat versprochen hatten: Fast alles bleibt beim Alten.

Fast: Die SPD hat einen Sitz verloren, die kleine ÖDP einen gewonnen und die Bayernpartei hat mit ihrem Vorsitzenden Uwe Hartmann künftig einen Einzelkämpfer im 31-köpfigen (inklusive Oberbürgermeister) Gremium. Das Grundproblem des mit acht Gruppen zerrissenen Stadtrats bleibt: Eine stabile Mehrheit fehlt.

Stabilisiert hat sich offensichtlich die CSU. Mit acht Sitzen (27,8 Prozent) – wie schon vor sechs Jahren – stellen die Christsozialen künftig die stärkste Fraktion. Und sie haben sich gründlich runderneuert: Mit Spitzenkandidat und Stichwahlkämpfer Stefan Güntner (falls er nicht OB wird), dem zurückkehrenden Stephan Küntzer und Carlo Bank sind drei neue im Team.

Schwinden der Basis

Null bewegt hat sich bei der UsW (17,9 Prozent) – verglichen mit dem Ist-Zustand. Wer allerdings auf 2008 zurückblickt, als die Gruppe richtig abräumte und acht Sitze eroberte, sieht das deutliche Schwinden der politischen Basis von OB Siegfried Müller. Das ist allerdings nicht die große Überraschung: Schließlich ist es noch nicht sehr lange her, dass drei von Müllers einstigen UsW-Gefährten (Karl-Heinz Schmidt, Rosemarie Richter, Klaus Günther) sich aus der Fraktion verabschiedeten und die Unabhängigen Kitzinger Bürger (UKB) gründeten.

Die zweite Niederlage in Folge kassierte die SPD. Vor sechs Jahren strich der Wähler den Sozialdemokraten vier Sitze, jetzt noch einmal einen: Nicole Mahlmeister ist draußen, der vierköpfige Rest der Fraktion bleibt im Gremium. Ein Quartett bleiben auch die Freien Wähler (FW-FBW). Allerdings gehören künftig zu der Truppe rund um Speerspitze Jutta Wallrapp zwei Neue: Uwe Pfeiffle und Dietrich Hermann.

Spannend machte es am Wahlsonntag die ÖDP. Zwischenzeitlich durften sich die Ökodemokraten am Wahlsonntag über vier Sitze im Stadtrat freuen. Dass es am Ende drei (10,82 Prozent) waren, ist trotzdem ein Erfolg. 2008 war dieses Ziel nach einer Zitterpartie kurz vor Schluss verfehlt worden: Heidemarie Gold musste nach 18 Jahren im Stadtrat das Feld räumen, Hans Schardt (damals noch CSU) rutschte knapp rein.

Haarscharf hinter den Ökodemokraten kam die Kommunale Initiative Kitzingen (KIK) ins Ziel. Das Trio mit Klaus Christof an der Spitze bleibt unverändert. Gleiches gilt für ProKT. Trotz recht unauffälligem Wahlkampf bleiben die beiden Ex-CSU-Stadträte Franz Böhm und Hans Schardt – er musste wieder einmal lange zittern – dem Stadtrat erhalten.

Engagiertes Ringen

Den Lohn eines engagierten Ringens um jede Stimme erhielt Uwe Hartmann. 4339 Stimmen oder 2,16 Prozent fuhr die Bayernpartei als Wahl-„Ernte“ ein und bekommt als dafür einen Sitz im 31-köpfigen Stadtrat.

Interessant am Rande sind die Einzelergebnisse der Ratskandidaten: Auf Platz eins liegt OB Siegfried Müller (5641 Stimmen), dicht gefolgt von seinem Konkurrenten bei der Stichwahl, Stefan Güntner (5467). Rang drei eroberte KIK-Spitze Klaus Christof. Auf Platz vier liegt einer, der schon einmal im Stadtrat Zeichen setzte: Stephan Küntzer (4192), der von 2002 bis 2004 im Gremium saß.