200 Wohnungen, Biergarten im Grünen, Gastronomie und Kleingewerbe, Parkhaus: Es ist ein riesiges Projekt, das der Immobilienunternehmer Wolfgang Rosentritt im Umgriff des ehemaligen Etwashäuser Bahnhofs in Kitzingen entwickeln will. Für viele Anwohner ist das Ganze eine Nummer zu groß. Sie haben bereits lautstarken Widerstand bekundet,  noch ehe überhaupt feststeht, was dort im Einzelnen gebaut werden soll. Jetzt geht Rosentritt in die Offensive. In der Stadtratssitzung an diesem Donnerstag (18.30 Uhr; Alte Synagoge) will er seine Pläne vorstellen – ganz am Ende der Sitzung unter Punkt 8, "Sonstiges".

Bis vor wenigen Tagen war die Sache noch gar nicht auf der Agenda gestanden. Aber da Rosentritt von seiner Vision eines Einkaufszentrums inzwischen Abstand genommen hat, möchte er mit seinem neuen Vorhaben offenbar rasch vorankommen. Ihm geht es nicht nur darum, den Stadtrat über sein Wohnungsbauprojekt zu informieren, sondern – wie er am 1. Juli in einer Mail an Oberbürgermeister Stefan Güntner und Bauamt deutlich machte – gleich auch das dafür nötige Bebauungsplanverfahren in Gang zu bringen. Manchen der Anwohner geht das alles zu schnell.

Einer von ihnen, Matthias Conrad, forderte erst dieser Tage im Namen der "Nachbarinitiative Alter Bahnhof Etwashausen" (NABE) eine Versammlung, bei der die Anlieger ihre Interessen an den Stadtrat adressieren können. Ihnen geht es um Größe und Höhe der Gebäude, um Brandschutz, Verkehr, Entwässerung, Grüngestaltung, Klein- und Großklima. Rosentritt stellte sich vergangene Woche den Protestierenden und diskutierte anderthalb Stunden mit ihnen an Ort und Stelle. Konkrete Pläne legte er dabei allerdings nicht vor.