"Das Handwerk der Malerei beherrscht er in Perfektion." Das sagt Klaus Christof über den Maler Michael Maschka. Seit Freitag zeigt der in Nördlingen lebende Künstler einen umfangreichen Querschnitt seines malerischen und grafischen Werkes in der Kitzinger Rathaushalle.

Die Ausstellung gehört in die Reihe der Sommerausstellungen, die der Kulturverein PAM seit 1991 veranstaltet. Wie immer hatte Klaus Christof - selbst Maler, Bildhauer und Bürgermeister seiner Heimatstadt Kitzingen - einen Künstler gewählt, der im weitesten Sinne zur Stilrichtung des Realismus gezählt werden kann.

Michael Maschka, 1962 in Augsburg geboren, ist als Künstler weitgehend Autodidakt. Obwohl sein außergewöhnliches künstlerisches Talent schon früh aufgefallen war, studierte er nach dem Abitur Sozialpädagogik und war anschließend zwei Jahre in der Seniorenbetreuung tätig.
Nebenbei zeichnete und malte er in jeder freien Minute.

An seinem 30. Geburtstag kündigte er seine Stellung und stürzte sich in das Abenteuer einer Existenz als freischaffender Künstler. Galeristen und Künstlerfreunde - darunter der berühmte Gründer der Wiener Schule des Fantastischen Realismus, Ernst Fuchs - inspirierten ihn nicht nur künstlerisch, sondern unterstützten ihn auch auf dem steinigen Weg in den real existierenden Kunstbetrieb.

Ausstellungen in ganz Europa

Heute hat er es geschafft: Er konnte sich weit über die Grenzen Deutschlands einen Namen machen, wurde mit Preisen bedacht und stellt europaweit aus.

In Kitzingen war Maschka bereits an der Ausstellung "Blickwinkel 2007" beteiligt und zeigte damals ein Gemälde, das Kitzinger Bauwerke auf hintergründige Weise zusammenbrachte. Dieses ungewöhnliche Bild war der Auslöser für die Einladung, in Kitzingen auszustellen.

Eine gute Entscheidung der PAM wie schon ein erster Blick in die Rathaushalle beweist. Strahlende Farben nehmen den Besucher sofort gefangen, magische Gestalten, intensive Blicke, fantastische Räume und surreale Landschaften lassen ihn lange vor den in ganz unterschiedlichen Formaten gestalteten Ölgemälden verharren. Sinnbilder und Geschichten aus der Mythologie, der Historie, aus Religion und Alchemie bilden die thematische Grundlage von Maschkas Kompositionen. Seine künstlerischen Vorbilder fand er bei den Surrealisten - da vor allem natürlich bei Salvador Dalì - bei der Wiener Schule und den englischen Präraffaeliten des
19. Jahrhunderts. Er ließ sich aber auch von mittelalterlichen Motiven und der italienischen Renaissance inspirieren.

Aus diesem Fundus entwickelte er seinen ganz persönlichen, detailreichen Stil, der auf doppeldeutige und rätselhafte Weise seine Sicht der Dinge zeigt. Gerade diese geheimnisvolle und oft auch abgründige Seite seiner Werke macht ihr Faszinosum aus, zumal damit in vielfältiger Weise auf die Zustände unsere zeitgenössischen Welt angespielt wir. "In diesen Arbeiten", sagt Michael Maschka, "stecken 30 Jahre Malerfahrung."

Neue Herausforderungen

Dass manchmal zu viele plakativ gestaltete Nymphchen und Pin-ups seine Bildwelt bevölkern, hat der nachdenkliche Künstler eigentlich nicht nötig.

Seit Jahren arbeitet er auch in der grafischen Technik der Radierung und hat es in diesem Tiefdruckverfahren zu meisterlichem Können gebracht. Darüber hinaus sucht Maschka mit Brunnen- und Architekturgestaltungen oder beispielsweise im Entwerfen von Schmuckobjekten ständig neue Herausforderungen.

"Jedes Bild ist ein Forschungsobjekt", erklärt Michael Maschka seine Arbeitsweise, "und der Ausgangspunkt meiner künstlerischen Arbeit liegt dabei im Aufspüren von Übereinstimmungen zwischen inneren und äußeren Bildern."