Zu Beginn der Bürgerversammlung am Donnerstagabend freute sich Bürgermeister Werner Knaier (CSU): "38 Besucher ohne Gemeinderäte, für Wiesentheid ist das eine ganz ordentliche Zahl."
Einige Fragen wurden dem Bürgermeister schon im Vorfeld der Versammlung gestellt. Zum Templerhaus konnte der Bürgermeister ein wenig Neues berichten, auch wenn sich noch nicht viel getan hat, wie er sagte. Im Juni 2011 sei der Besitzer verstorben. Die Erben haben einen Statiker beauftragt, der das Dach prüft und eine Sicherung angebracht hat. "Hoffen wir, dass es zügig gemacht wird, es Ergebnisse gibt und sich bald was tut", sagte Bürgermeister Knaier.
Großes Thema in Wiesentheid ist in letzter Zeit das Fällen von Bäumen gewesen. Es wurden in der Bahnhofstraße, an der Neustadtstraße, an der Schießhausstraße und am Weinfestplatz Bäume gefällt. Bürgermeister Knaier betonte, dass das notwendig gewesen sei und Ersatzpflanzungen bald erfolgen werden. In der Bahnhofstraße waren die Kastanien in die Jahre gekommen. Die Allee soll nach der Fällung wieder ein einheitliches Bild bieten. Beim Weinfestplatz sollen ebenso wieder Linden gepflanzt werden. "Die Sorge, dass dem Alleeweinfest der Name nicht gebührt, ist unbegründet", versprach Knaier. Die Erlen am Bach am Weinfestplatz seien gefällt worden, weil Fachleute meinten, dass sie in vier bis fünf Jahren aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssten. Auch für die Kastanienwiese hinter dem Rathaus soll in der nächsten Gemeinderatssitzung ein Konzept vorgestellt werden, "so dass wir zum Familienkonzert vielleicht schon die neue Kastanienwiese ihrer Bestimmung übergeben können". In den letzten zwei Jahren sei er dort immer darauf angesprochen worden.
Ein weiteres Diskussionsthema war das Leben im Innenort. "Wie soll es mit dem Altort weitergehen, mit dem Einzelhandel?", wollte Bruno Heinlein wissen. Bürgermeister Knaier verwies auf das Einzelhandelskonzept, das im Rahmen der Städtebauförderung erstellt worden ist. Der Trend gehe seit den letzten Jahrzehnten zu großen Einkaufsmärkten. "Da können wir die Uhr leider nicht rückwärts drehen", erklärte Knaier. "Wir müssen uns bemühen, dass wir dagegen das Wohnen innerorts attraktiv machen." Er lobte die Geschäftsleute, die mit ihren kleineren Geschäften wie einem Café oder einem Buchladen den Innenort aufwerten. Allerdings bleibt noch einiges zu tun, denn in den nächsten Jahren werde der Leerstand zunächst noch mehr werden, so Knaier.

Ärztehaus - Warum nicht im Altort?


Auf die Antwort hin kritisierte Heinlein, dass gerade das geplante Ärztehaus nicht im Altort entstehen soll, sondern am Ortsrand neu gebaut wird. Der Bürgermeister entgegnete, dass er keine realistische Möglichkeit gesehen habe, innerhalb der Zeit, in der die Ärzte das Ärztehaus verwirklichen wollten, ihnen ein Angebot im Innenort zu machen. Da das Ärzte-Haus eine "Riesen-Chance" für Wiesentheid sei, wollte er keinen Wegzug der Ärzte riskieren.
Ein Anliegen hatte auch Jugendpfleger Mirco Dornberger. Von der Gemeinde würden im Rahmen der Jugendförderung nur die Sportleiter bezuschusst, jedoch nicht die Jugendleiter wie bei anderen Vereinen. Der Bürgermeister versprach, das im Rahmen der nächsten Haushaltsverhandlungen zu prüfen. Das Konzept des Friedhofes zu überdenken, regte Gabriele Heining an.
Nachfragen bestanden auch zur Gestaltung des Schlossparks. In seinem Vortrag hatte der Bürgermeister berichtet, dass der Schlosspark in das Leader-Programm aufgenommen wurde und die Gemeinde somit Fördermittel der EU bekommt, wenn sie den Schlosspark herrichtet. Er soll wieder seinen ursprünglichen Charakter als Landschaftspark erhalten. Zunächst wird der See wieder auf seine ursprüngliche Größe gebracht, da er sich in den letzten Jahren an den Ufern ausgedehnt hat. "Dann wollen wir noch das Wegenetz auf Vordermann bringen", so der Bürgermeister.
Bemängelt wurde von einem Bürger, dass im Winter das Wasser abgelassen wurde, so dass man nicht mehr Schlittschuh fahren konnte. Da die Gemeinde aber nur den Park gepachtet hat und der See an einen anderen Besitzer verpachtet wurde, kann da nur der Besitzer etwas ändern.