„Die Menschen haben Priorität vor dem Design.“ Ein Satz von Ralph Peckmann am Montagabend in der Stadtratssitzung in Dettelbach, dem eine große Mehrheit seiner Ratskollegen folgen konnte. Damit kann die Umgestaltung des Dettelbacher Friedhofs zwar in Angriff genommen werden – es wird aber weder Umbettungen noch die Untersagung von Verlängerungen von Grabnutzungsrechten geben.

Die Bestattungskultur ist in großem Wandel, Urnenbestattungen werden Erdbestattungen vorgezogen, immer mehr Gräber werden nach Ablauf der Nutzungszeiten aufgelassen, was sichtbare Spuren hinterlässt. So auch im alten Teil des Dettelbacher Friedhofs. Mehrfach hat der Stadtrat über diesen Friedhof diskutiert und sich ein Konzept zur zukünftigen Entwicklung erarbeiten lassen. Dieses Konzept stand am Montagabend, nachdem es in der Oktobersitzung vorgestellt wurde, zur abschließenden Beratung an.

Grundsätzlich zeigten sich die Räte damit einverstanden, hatten aber Einwände zu einigen Details, die sich vor allem auf das Umfeld der Aussegnungshalle bezogen. Um bei Beisetzungen mehr Platz vor der Halle zu erhalten, sollten hier einige Gräber nach Ablauf des Nutzungsrechts nicht mehr verlängert werden, eventuell sogar Umbettungen stattfinden.

Dagegen sprach sich eine deutliche Mehrheit aus. Zwar könnten die bereits freien und die frei werdenden Flächen nach und nach gepflastert werden, doch sollte der Wille der Grabeigner dabei berücksichtigt werden. Die Gräber sollen erst dann in eine Nutzung mit einbezogen werden, wenn Grabrechte freiwillig aufgegeben werden.

Geprüft werden soll nun auch eine Erweiterung der Aussegnungshalle nach Süden, außerhalb des Friedhofs. Damit könnte das bestehende Gebäude als Wetterschutz für die Trauergemeinde bei Beerdigung dienen. Möglich ist auch eine Platzgestaltung in Richtung Osten, nach Abbruch einer bestehenden Mauer Ansonsten ist die geplante Umgestaltung des Dettelbacher Friedhofs keine kurzfristige Angelegenheit, eher ein Generationenprojekt.