Noch bis zum Sonntag, 15. Juni, besteht die Gelegenheit, die Sonderausstellung über Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg im Kirchenburgmuseum Mönchsondheim zu besuchen. Die Ausstellung wurde zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren aus den Beständen des Kirchenburgarchives erarbeitet und erfreute sich bisher eines sehr regen Zuspruches, teilt Museumsleiter Reinhard Hüßner mit.

Um die 30 Milliarden Feldpostsendungen gab es im Ersten Weltkrieg zwischen Heimat und Front. Damals waren die Briefe und Karten ein von den Familien ersehntes Lebenszeichen von den Soldaten an der Front. Und für diese wiederum waren Nachrichten aus der Heimat eine willkommene Abwechslung.

Ein Dorf zieht in den Krieg

Heute, 100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges, sind diese Postkarten und Briefe wichtige Zeitzeugnisse. Sie ermöglichen Einblicke in die damalige Zeit. 54 Männer aus Mönchsondheim mussten zwischen 1914 und 1918 einrücken. Es gab einen regen Briefwechsel zwischen Heimat und Front. Viele dieser Briefe und Postkarten nahmen ihren Weg über das Mönchsondheimer Gasthaus Zum Schwarzen Adler der Familie Paul.

Auch die beiden Söhne Wilhelm und Hans der im Mai 1914 verwitweten Friederike Paul zogen in den Krieg. Hans Paul fiel 1917 im Alter von 20 Jahren. Wilhelm kehrte 1919 aus der Gefangenschaft zurück. Er brachte die von der Heimat an die Front gesendete Post wieder zurück nach Mönchsondheim. So entstand eine umfangreiche und zusammenhängende Sammlung von rund 500 Bildpostkarten, Fotografien und einigen Briefen.

Mit der Übernahme des Gasthauses Zum Schwarzen Adler und dem Paulschen Gut kam auch die Sammlung der Feldpostsendungen in den Besitz des Kirchenburgmuseums, so die Mitteilung.